Teil 2: „Vom Risikoträger zum Risikomanager”

Mark Klein: Chief Digital Officer, Ergo Group
Mark Klein:
Chief Digital Officer, Ergo Group (Foto: PR)

Sie kommen persönlich aus einem schnelllebigen Sektor: Deutsche Telekom, Vodafone, Arcor. Was können Versicherer lernen vom Telco-Geschäft mit komplexen Businessmodellen sowie wechselfreudigen Kunden?

Klein: Wir sollten gemeinsam mit starken Partnern Lösungen entwickeln. Wir arbeiten etwa mit der Deutschen Telekom daran, gemeinsam digitale Dienstleistungen für Privat- und Geschäftskunden anzubieten. Ein erstes Beispiel ist ein Smart-Home-Produkt, mit dem wir Beratung, Versicherungsschutz und Schadensbehebung nahtlos miteinander verbinden. Durch die digitale Vernetzung der Ökosysteme wie Connected Car oder Smart Home über Branchengrenzen hinweg können wir als Versicherer vom Risikoträger zum Risikomanager werden.  

Wenn sich in diesen Ökosystemen Kundenverhalten mit Künstlicher Intelligenz vorhersagen lässt und Sensoren in Echtzeit Daten übermitteln, kann die Versicherungsbranche damit auch Schadensfälle vorhersehen und vermeiden?

Klein: Genau darum geht es perspektivisch. Es reicht mir nicht, dass der Sensor Alarm schlägt zu austretendem Wasser. Als Kunde will ich wissen, ob eine Leitung undicht ist oder das Wasser durchs Fenster kommt. Und ich will, dass das Problem gelöst wird. Schadensfälle komplett zu vermeiden ist eine große Herausforderung, an der wir intensiv arbeiten. Wir erleichtern unseren Kunden das Leben aber auch schon dann erheblich, wenn wir Schäden mit digitaler Hilfe begrenzen – durch die intelligente Kombination aus Hardware, Software und Service.   

Deutschland steht auf dem Innovationsindikator abgeschlagen hinter den USA und Großbritannien. Was wünschen Sie sich persönlich an gesellschaftlicher Weichenstellung?

Klein: Ich wünsche mir, dass die digitale Bildung in den Schulen weiter forciert wird. Meine Tochter lernt jetzt die zweite Fremdsprache. Wann aber lernt sie die erste Programmiersprache? Mit meinem achtjährigen Sohn übe ich Programmieren, so wie ich selbst in diesem Alter mit dem Experimentierkasten getüftelt habe. Wir brauchen ein neues Verständnis von Lernen und digitaler Bildung.   

Leidenschaft für Digitalisierung muss man bei Ihnen nicht lange suchen. Gibt es in Ihrem Leben Aspekte, die auch in zehn Jahren noch analog sind?

Klein: Da bin ich mir sicher! Emotionale Höhepunkte, wie das Weihnachtskonzert meiner Tochter in der Aula der Schule zu hören, werden sich hoffentlich niemals ändern.

Teil 1: Neue Kernernergie

Teil 2: „Vom Risikoträger zum Risikomanager”

 

 

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