Richtig differenzieren

Loewe sieht sich im Wettbewerb um die technologische Zukunft gut positioniert. CEO Mark Hüsges setzt auf Individualität – auch beim Einsatz digitaler Innovationen.

Marc Hüsges, CEO von Loewe
2014 erwarb Hüsges das damals insolvente Unternehmen Loewe für 10 Mio Euro (Foto: PR)

Mark Hüsges kennt Geschäftsfelder unterschiedlicher Couleur. Als Manager einer Kapitalinvestmentgesellschaft wie auch als CEO eines Traditionsunternehmens will er Wachstum und Weiterentwicklungen bei Loewe gleichermaßen vorantreiben. Vergleiche mit Branchengrößen scheut er nicht.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Sie haben Loewe 2014 in der Insolvenz und damit tiefsten Krise des Unternehmens übernommen. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?

Mark Hüsges: Ich hatte als Investmentbanker die Gelegenheit, Loewe 1999 erfolgreich an die Börse führen zu dürfen. Es gibt ganz wenige Marken mit einer vergleichbaren Historie. Loewe repräsentiert eine großartige deutsche Industriegeschichte in einem ständigen Auf und Ab. Ich habe die Chance gesehen, an dieser Geschichte mitschreiben zu können.

Wie positionieren Sie sich gegenüber Weltkonzernen wie Samsung, LG oder Panasonic?

Hüsges: Wir bieten ein Gesamtpaket an, kein Einzelgerät. Unsere Aufgabe ist es, ein Produkt zu entwickeln, das am Ende das beste am Markt ist. Dafür suchen und beziehen wir global die besten Komponenten. Wir verwenden modernste OLED-Bildschirme, wie sie auch LG verwendet. Aber unser Produkt ist komplett eigenentwickelt. Damit unterscheiden wir uns ganz wesentlich von den meisten Wettbewerbern. Wir gestalten ein Produkt, das in Bezug auf die Bild- und Tonqualität sowie Benutzbarkeit, das Design und die Materialauswahl, Nachhaltigkeit und Vernetzbarkeit das beste aller Welten verbindet.

Welche digitale Innovation wird Ihr Unternehmen am stärksten verändern?

Hüsges: Das vernetzte Haus spielt in unserem Segment sicherlich eine interessante Rolle. Mit Entertainmentsystemen wollen und können wir dort in Zukunft punkten. Wir haben Sprachsteuerung als einer der ersten Anbieter in unsere Geräte integriert. Unsere Untersuchungen zeigen, dass viele Kunden neue Geräte auf diesem Weg bedienen möchten. Aufgrund der vielen Vorteile, die diese Technologie bietet, sind Menschen auch bereit, die Sorge um ihre Privatsphäre hintenanzustellen.

In den USA und Asien werden ohne viele Einschränkungen Benutzerdaten gesammelt und verwertet. In Deutschland stehen Datenschutz und Privatsphäre im Fokus. Welcher ist der Weg der Zukunft?

Hüsges: Wenn der Kunde selbst entscheiden darf, wie viel Kontrolle er über seine Daten hat, werden auch deutsche oder europäische Unternehmen Konzepte entwickeln können, die kundenzentrierter und werthaltiger sind als die heutigen. Es wird in Zukunft einen ständigen Austausch zwischen Kunden und Nutzern der Daten geben, über Wert und Gegenwert. Ich hoffe, dass die Kunden erkennen, welchen Wert ihre Daten haben.

Teil 1: Richtig differenzieren

Teil 2: „Können beim Thema Connected und Smart Home eine interessante Rolle spielen" 

Teil 3: „Ich muss nicht bei allem der Erste sein"

 

 

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