Teil 4: „Erlebnisse, die Robotertechnik nicht bieten kann”

Wie fördern Sie in Zeiten des Wandels hausintern Innovationen?

Daemen: Zunächst einmal haben wir unsere eigenen Labs. So gibt es in einem unserer Ferienparks das „Cottage of the Future“. Ein Produkt, das von Grund auf so angelegt ist, nie fertig zu werden. Hier bilden wir den ständigen Wandel dort draußen am Markt und in den Kundenbedürfnissen sowie passende Neuentwicklungen ab – ob es nun um eine neue „Shower Experience“ oder den Einsatz von VR-Brillen im Entertainmentbereich geht. Oder auch um Raumdetektoren und Sicherheitssysteme. Das Haus ist ein Smart Home – vom Tablet aus komplett digital steuerbar. Gleichzeitig entwickeln wir die „digital customer journey“ intern – aber natürlich auch mit Benchmarks aus dem Markt – in unserem IT-Department weiter. Das IT-Department ist bei uns verhältnismäßig groß und deckt nicht nur die Instandhaltung ab, sondern auch das Thema Neuentwicklungen. Hier geht es beispielsweise um Fragen der Verbindung unseres eigenen Reservierungssystems mit einem neuen Provider eines digitalen Türschlosssystems. Die Zentrale ist in Paris angesiedelt, unterschiedliche Fachgebiete mit den entsprechenden Mitarbeitern in anderen Ländern. Unsere Spezialisten besuchen jeden Monat einen unserer Ferienparks, um in diesen in ihrem Fachgebiet Audits durchzuführen. Teils arbeiten wir auch mit Gründern zusammen. Beispielsweise haben wir einen Performance-Monitor via Tablet für unsere Parks mit einem Start-up umgesetzt.

Halten Künstliche Intelligenz und Robotik Einzug?

Daemen: Jein. Beim Check-in-Prozess ohne Staff wird die Entwicklung – getrieben von den großen Hotelketten – sicher weitergehen. Auch wir prüfen das. Es funktioniert dann wie am Flughafen. Mit dem zugesendeten Buchungs-QR-Code erhält man über eine Säule Eintritt in den Park. Das Nummernschild des Autos hat man schon im Vorfeld eingegeben – das wird für den Zugang per Scan erkannt. Solche Entwicklungen sind schon da und gewinnen an Geschwindigkeit. Wenn es aber um unsere erlebnisorientierte Art des Tourismus geht – mit Familie, mit Kindern –, spielen Mitarbeiter weiter eine ganz substanzielle Rolle. Eine Show lässt sich digital zwar mit einer VR-Brille unterstützen – daran arbeiten wir gerade –, aber das Erlebnis mit und durch den Menschen ist mit Technik nicht ersetzbar.

Welche nicht-digitalen Erlebnisse meinen Sie konkret?

Daemen: Sicher kann man auch digitale Kinderprogramme anbieten. Aber eine Kuh zu streicheln, von Mitarbeitern mit edukativem Ansatz gezeigt zu bekommen, wie Tomaten wachsen oder mit diesen an der Nordsee eine Wattwanderung zu machen – kleine Krebse und Wattwürmer auszubuddeln, Ebbe und Flut zu erleben – das sind nun einmal Erlebnisse, die Robotertechnik nicht bieten kann.

Welche Pläne verfolgen Sie im Zuge des Wandels?

Daemen: Allein der Bau und die Eröffnung des Parks Allgäu sind ein riesiges Projekt. Zudem haben wir vom Park Nordseeküste aus mit einem Renovierungsprogramm begonnen, das ein Volumen von insgesamt einer Milliarde Euro umfassen wird. Auch der Park Hochsauerland erhält mithilfe eines neuen Investors ab Mai einen neuen Standard. Die Zeichen stehen auf Um- und Ausbau. In den nächsten fünf bis zehn Jahren soll sich die Anzahl der aktuell fünf deutschen Ferienparks verdoppeln Die Regionen, auf die wir uns konzentrieren werden, sind der nordbayerische Raum, Thüringen, der Großraum Berlin und die Ostsee. Dort sind wir bereits auch aktiv auf Grundstückssuche.

Teil 1: „Unersetzbar Menschen”

Teil 2: „Echte edukative Erlebnisse”

Teil 3: „Mobil und bargeldlos buchbar”

Teil 4: „Erlebnisse, die Robotertechnik nicht bieten kann”

 

 

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