Mehr Mut zur Disruption!

Ohne Big Data keine Künstliche Intelligenz

Deutsche Unternehmen haben bei der Sammlung von Daten großen Nachholbedarf, sagt emetriq-Gründer Daniel Neuhaus. Mit Deutschlands größtem Datenpool will er ihnen Unterstützung geben.

Daniel Neuhaus, CEO emetriq
Daniel Neuhaus,
CEO emetriq (Foto: PR)

Enorme Datenmengen sind notwendig, um relevante Erkenntnisse aus ihnen zu gewinnen. Die 2015 gegründete Telekom-Tochter emetriq sammelt und analysiert die Daten von Partnern und macht sie allen Beteiligten zugänglich. Wie das funktioniert, schildert CEO Daniel Neuhaus

DUB UNTERNEHMER-Magazin: In Deutschland findet der technologische Wandel traditionell eher evolutionär und nicht revolutionär statt. Sind wir zu wenig disruptiv?

Daniel Neuhaus: Alphabet, Facebook und Alibaba sind durch ihr sehr mutiges und disruptives Vorgehen wertvoller als alle 30 Dax-Unternehmen zusammen. Diese Plattformen generieren Unmengen an Daten, die es ihnen ermöglichen, in immer mehr Branchen disruptiv aufzutreten. Kein deutsches Unternehmen hat es geschafft, eine Plattform aufzubauen, die eine so hohe Menge an Daten produziert. Da hat Deutschland akuten Nachholbedarf. Den Unternehmern fehlen entweder die Visionen oder der Mut, in diesem Feld disruptiver zu sein. Wir müssen branchen-
übergreifende, datenstarke Plattformen aufbauen. Das wird aus meiner Sicht kurzfristig nur über Kooperationen gelingen, bei denen Daten untereinander geteilt werden, um Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und vor allem das Wachstum zu fördern.

Welche digitale Innovation wird Ihr Unternehmen am stärksten verändern?

Neuhaus: Künstliche Intelligenz wird nicht nur emetriq, sondern alle Wirtschaftsbereiche grundlegend verändern. Allerdings kann Künstliche Intelligenz nur auf Basis extrem hoher Datenmengen funktionieren. An diesem Punkt werden hiesige Unternehmen an ihre Grenzen stoßen, da niemand im Alleingang kurzfristig eine ausreichende Datenmenge generieren kann. Das Bewusstsein dafür aber wächst. Immer mehr Konzerne lassen andere an ihren Daten teilhaben, um mehr Erkenntnisse über Zielgruppen zu erlangen. Wir konnten gemeinsam mit Partnern innerhalb kurzer Zeit den größten deutschen Datenpool aufbauen. Die von emetriq vereinten und treuhänderisch aufbereiteten Daten stehen allen Partnern des Datenpools zur Verfügung, die damit das Werkzeug in der Hand haben, um sich auch in Zukunft einen Wettbewerbsvorteil gegenüber internationalen Playern zu bewahren. Der Pool ist für Partner unterschiedlichster Branchen offen und wird schnell weiterwachsen. Für emetriq bedeutet Künstliche Intelligenz somit eine enorme Chance.

Gibt es eigentlich auch Momente, in denen Sie sich die Abwesenheit digitaler Geräte und Services wünschen?

Neuhaus: Ich bin ein glühender Fan digitaler Gadgets und Services. Für mich könnte die Digitalisierung gern schneller vorankommen – privat wie beruflich. Dennoch nehme ich mir vermehrt bewusst digitale Auszeiten. Ich bin davon überzeugt, dass wir auch in dieser Hinsicht lernen müssen, mit den unendlichen Weiten der digitalen Welt umzugehen. Es ist schön, dass Mitarbeiter nahezu rund um die Uhr erreichbar sind, aber Urlaub und Auszeiten sind wichtig, um motiviert und effektiv arbeiten zu können.

Wer ist Ihr Vorbild als Transformer?

Neuhaus: Alan Turing. Er war ein genialer Mathematiker und Computerpionier. Er half, den sogenannten Enigma-Code zu knacken, um im Zweiten Weltkrieg die Funksprüche der Deutschen zu entschlüsseln. Später entwickelte er Schachprogramme und hat 1950 den Grundstein für Künstliche Intelligenz als Teilbereich der Informatik gelegt.

Kennzahlen emetriq

 

 

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