Kulturwandel anpacken

Offener Innovationsprozess und digitaler Bergbau bei K+S

Um im Rennen um die Zukunft zu bleiben, sind Innovationen überlebensnotwendig. Kann man diese „per System“ kreieren? Wie fördern Sie Innovationsgeist?

Lohr: Bei K+S beschäftigen wir uns auch abseits unserer bestehenden Produkte mit neuen Ideen. Dafür haben wir eigens eine interne Ideenschmiede, unsere InnovationLabs, eingerichtet. Die Kollegen dort schauen sich ohne Denkverbote in der Welt um, prüfen gesellschaftliche Trends oder analysieren neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Sie gehen dabei der Frage nach, wie die gewonnenen Erkenntnisse in neue Geschäftsmodelle überführt und implementiert werden können, also welchen Nutzen sie K+S bringen. Dieser Innovationsprozess steht übrigens all unseren Mitarbeitern offen. Es ist mir wichtig, im Unternehmen eine Kultur der Experimentierfreude zu schaffen. Auch Fehler beziehungsweise Scheitern sind dabei erlaubt, sonst werden Innovationen behindert.

Dürfen die Führungskräfte jetzt keine Krawatten mehr tragen für eine Kulturveränderung mit offenem Innovationsgeist ohne Denkverbote? Wie verändern Sie traditionelle Muster in Ihrem Unternehmen?

Lohr: Nein, solche Vorschriften mag ich nicht, man muss den Leuten nicht alles diktieren. Ich war noch nie ein Freund von Managementattitüden. In meiner Rolle sehe ich mich als Spielertrainer, der dem Team im intensiven Austausch auf dem Spielfeld Richtung und Impulse gibt. Ein Grund, warum meine Kollegen und ich so viel in den Standorten unterwegs sind statt agile Kultur von einer Kanzel zu predigen. Wir fördern Mut zur Veränderung, auch mit der neuen Unternehmensstrategie: Weg von historisch gewachsenen Strukturen, hin zu einem global aufgestellten und handelnden Unternehmen, in dessen Zentrum der Kunde steht. Wir werden nicht alles anders machen. Aber wir werden auch neue Pfade gehen und neue Ansätze ausprobieren. So entwickelt sich auch unsere Kultur weiter.

Was ist Ihre Vision vom Bergbau der Zukunft?

Lohr: Die Digitalisierung bietet unserer Branche eindeutig mehr Chancen als Risiken. Digitale Lösungen werden unsere Arbeit an vielen Stellen erleichtern und unseren Mitarbeitern vor Ort helfen, Entscheidungen besser und schneller zu treffen. Mit Blick auf die Gesellschaft profitieren wir, da der digitale Bergbau sicherer, produktiver und vor allem nachhaltiger sein wird. Letzteres bedeutet Zukunftsfähigkeit und liegt mir besonders am Herzen – als integraler Bestandteil unserer neuen Strategie mit klar definierten Zielen.

Teil 1: Als Rohstofflieferant am Anfang der Wertschöpfungskette

Teil 2: Mobilfunk ermöglicht neue Geschäftsmodelle in Ostafrika

Teil 3: Offener Innovationsprozess und digitaler Bergbau bei K+S

 

 

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