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Teil 2: „Aus dem Zusammenspiel von Selbst- und Fremdmanagement entstehen gemeinschaftlicher Nutzen und Erfolg“

Der Doktor der Sportwissenschaft Wladimir Klitschko wurde 2000 Boxweltmeister. 2007 gründeten er, sein Bruder Vitali und ihr Manager Bernd Bönte die Klitschko Management Group (Foto: Frank Egel)

Die Zukunft spielt auch in Ihrem Weiterbildungsstudiengang für Führungskräfte eine große Rolle.

Klitschko: In jedem Geschäft geht es letztlich um Führung, um Menschen und damit um das eigene Selbst. Wer bin ich? Was will ich? Antworten darauf liefert die Verbindung von Entrepreneurship mit Intrapreneurship.

Inwieweit ist Intrapreneurship erlernbar?

Klitschko: Es ist die Weiterentwicklung von Selbstmanagement und damit Teil des Challenge-Managements. Stellen Sie sich Reisende in einem Flugzeug vor. Bei einem plötzlichen Druckverlust fallen die Sauerstoffmasken herunter. Dann muss jeder zunächst sich selbst helfen und anschließend den Menschen um ihn herum. Erst aus diesem Zusammenspiel von Selbst- und Fremdmanagement entstehen gemeinschaftlicher Nutzen und Erfolg. In unserem Weiterbildungsstudiengang in St. Gallen helfen wir den Teilnehmern, ein Problem zu erkennen und dies als eine Herausforderung anzusehen, die einen erfüllt und erfolgreich macht.

Gerade unter den Top-Managern gibt es einige, die nicht jedem Technik-Trend hinterherlaufen wollen. Zum Beispiel solche, die weiterhin ihr Notizbuch pflegen, statt dafür ein Smartphone zu benutzen. Haben solche auf Dauer überhaupt die Chancen, in der Geschäftswelt zu überleben?

Klitschko: Ja, absolut. Ich behaupte nicht, dass jeder Tablets und Smartphones benutzen muss, weil es sonst gar nicht läuft. Das ist alles individuell. Wenn ein Unternehmen dafür plädiert, Notizen nur noch auf Papier festzuhalten, weil sie so besser im Kopf bleiben – warum nicht? Wir müssen auch dahingehend flexibel und offen bleiben. Dennoch birgt die digitale Technologie oft enorme Vorteile. Ich lese und schreibe beispielsweise in unterschiedlichen Sprachen, auch Vertragswerke. Da kommt es immer wieder vor, dass ich die Bedeutungen eines Wortes wissen will, weil ich es im gegebenen Zusammenhang nicht verstehe. Am Smartphone brauche ich nur den Finger darauf zu drücken, schon poppt eine Definition auf. Das ist komfortabel.

Ist Ihr Smartphone Ihr ständiger Begleiter?

Klitschko: Ja, ein Mensch kann viele Süchte haben und das Smartphone ist meine. Es zeigt mir immer wieder etwas Neues, deshalb muss ich es irgendwann bewusst zur Seite legen. Es ist wie ein Hamsterrad, das sich unendlich oft drehen lässt. Immer wieder checken, ob eine neue Nachricht eingegangen ist, neue Software veröffentlicht wurde oder etwas vom Weltgeschehen verpasst wird. Das kann etwas Krankhaftes haben. Auf der anderen Seite müssen wir in dieser Welt funktionieren. Es kommt darauf an, das in eine Harmonie zu bringen, ohne es zu verteufeln. Denn durch die Digitalisierung wurde viel Positives geschaffen. Im Schach gibt es den Satz: „Willst du deinen Gegner verstehen, nimm auf seinem Stuhl Platz.“ Deshalb muss immer wieder versucht werden, die Welt durch die Augen der Kunden zu sehen. Mich fasziniert zum Beispiel, wie die Fitnesskette McFIT mit der Digitalisierung umgeht. Sie hat ein neues Fitnessangebot namens Cyberobics entwickelt. Dabei wird den Sportlern ein Fitnesskurs auf dem Bildschirm gezeigt, bei dem berühmte Trainer wie David Kirsch oder Kate Hudson an atemberaubenden Originalschauplätzen zu noch höheren Leistungen animieren. Ich finde das toll. Es darf daher nicht vergessen werden: Es gibt in jedem Extrem etwas Negatives. Es kann aber auch zum Guten genutzt werden, wenn daran gedacht wird, inwiefern es für den Endverbraucher nutzbringend eingesetzt werden kann.

Setzen Sie sich selbst Regeln im Umgang mit digitaler Technologie?

Klitschko: Meine Regeln sind flexibel. Als Sportler bin ich sehr diszipliniert und kann mich an Regeln halten.

Teil 1: Managen Sie sich besser

Teil 2: „Aus dem Zusammenspiel von Selbst- und Fremdmanagement entstehen gemeinschaftlicher Nutzen und Erfolg“

Teil 3: „Learning by doing ist mein Ansatz“

 

 

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