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Managen Sie sich besser

Dr. Wladimir Klitschko hat bewiesen, dass er mehr kann als weltmeisterlich boxen. Mit seiner Unternehmensgruppe macht er nun andere fit fürs zweite Maschinenzeitalter.

Doktorhut: Klitschkos „Change & Innovation Management“ soll Führungskräfte auch fit für die digitale Zukunft machen (Bild: Niklas Hughes)

Er eint die Disziplin des Boxprofis mit der Zukunftsgewandtheit des Unternehmers. Im Interview erklärt Dr. Wladimir Klitschko, wie der Weiterbildungsstudiengang „CAS Change & Innovation Management“, den er mit der Universität St. Gallen anbietet, Unternehmer zu digitalen Transformatoren trainiert.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Inwiefern berührt es Sie noch, wenn Sie ein Gegner vor einem Kampf provoziert?

Wladimir Klitschko: Je mehr er mich provoziert, desto ruhiger werde ich. Das hat sich bei mir so eingespielt. Ich habe im Laufe meiner sportlichen Karriere Methoden entwickelt, die mich ruhiger werden lassen, je größer der Druck wird.

Haben Sie diese Fähigkeit von Natur aus?

Klitschko: Das ist angelernt.

Smartphones haben unser Leben verändert. Was folgt als Nächstes?

Klitschko: Ein entscheidender Punkt wird die zunehmende Geschwindigkeit beim Güter- und Personentransport sein. Richard Branson könnte hier mit den suborbitalen Raumflügen von Virgin Galactic weiter sein als wir alle. Es geht um Schnelligkeit und Komfort bei der Reise von Los Angeles nach Tokio, von Frankfurt nach New York. Ich glaube, das Tempo der Globalisierung spiegelt das wider. Reisen ist ein großer Teil davon geworden.

Alphabet/Google, Apple, Amazon, Facebook: Vergleichsweise junge, amerikanische IT-Unternehmen geben weltweit Takt und Ton an, sind an der Börse mehr wert als die Dax-Unternehmen zusammen. Warum schaffen wir es nicht, in diese Liga vorzustoßen?

Klitschko: Dieser Aussage kann ich nicht zustimmen. Warum? Weil das drittgrößte Softwareunternehmen der Welt aus Deutschland stammt: SAP. Es ist global bekannt, unglaublich mächtig und geht mit der Zeit. Auch andere Onlineriesen, etwa Zalando, kommen aus Deutschland. Deutschland ist im Hinblick auf IT-Spezialisten stark aufgestellt.

Digitalisierung und Transformation: Erwarten Sie, dass auf uns soziale und politische Herausforderungen zukommen, etwa frappierend steigende Arbeitslosigkeit oder radikale gesellschaftliche Umbrüche?

Klitschko: Politik und Gesellschaft müssen die Digitalisierung aufmerksam verfolgen. Ein banales Beispiel, warum: Die neue Generation ist so stark an Bildschirme und Ziffern gewohnt, dass manche Jugendliche nicht einmal mehr die analoge Uhr lesen können. Ich habe das selbst erlebt und konnte es kaum glauben. Auf ihren Smartphones steht eben in der Regel eine Digitalanzeige. Die Politik muss die Gesetze diesen neuen Gegebenheiten anpassen. Das sehen wir beispielsweise beim Thema Sicherheit. Durch Gentests, Analysen von Spuren im Internet und Videoüberwachung können Terroristen inzwischen schneller identifiziert werden als je zuvor – oft noch bevor es zum Äußersten kommt. Politik und elterliche Erziehung zuhause müssen diese Entwicklungen weiter unterstützen und auf diese Herausforderungen der neuen Zeit vorbereiten, denn sie finden viel schneller statt als wir denken. Während wir hier sitzen, wird bereits das nächste Smartphone-Modell entwickelt.

In Ihrem Studiengang „CAS Change & Innovation Management“ bereiten Sie in Zusammenarbeit mit dem Institut für Consumer Insight der Universität St. Gallen Führungskräfte und Manager auf die Herausforderungen einer sich immer schneller verändernden Welt vor. Inwiefern steht auch die Digitalisierung auf dem Lehrplan?

Klitschko: Digitalisierung und Globalisierung bilden die Grundlage des Challenge Managements, dessen Grundlagen wir in dem Weiterbildungsstudiengang vermitteln. Die Digitalisierung ist zurzeit eines der größten Themen unserer Gesellschaft. Wer das als Privatperson oder Unternehmen nicht rechtzeitig erkennt, wird von der Zeit abgehängt und es nicht schaffen, die Existenzkurve zu kriegen. Das zeigt auch die Geschichte. Es gibt viele Unternehmen, die den digitalen Wandel nicht rechtzeitig angegangen sind, während andere mit Weitblick schon früh die nötigen Weichen gestellt haben. Jetzt geht es um Schnelligkeit. Es gibt jetzt Dinge, die vor zehn Jahren noch unvorstellbar waren. Heute sind sie Realität und wir gehen wie selbstverständlich mit ihnen um. Diese ständige Veränderung und der Umgang mit ihr ist großer Bestandteil des Studiengangs. Denn die Digitalisierung ist wie ein Sturm, der ausnahmslos über alle Branchen hineinbricht.

MEIN TIPP: „Mein Weg zu SAP“ von SAP-Chef Bill McDermott. Es zeigt, wie er das B2B-Software­unternehmen auch dem B2C-Markt geöffnet hat.

Teil 1: Managen Sie sich besser

Teil 2: „Aus dem Zusammenspiel von Selbst- und Fremdmanagement entstehen gemeinschaftlicher Nutzen und Erfolg“

Teil 3: „Learning by doing ist mein Ansatz“

 

 

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