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Teil 3: „Dem Scheitern darf nichts Negatives anhaften“

Schätzen unsere Politiker die Herausforderungen der digitalen Zukunft richtig ein?

Denner: Die digitale Vernetzung und Transformation stehen in Berlin und in Brüssel ganz oben auf der Agenda. Wichtig ist vor allem die Diskussion auf Basis von Fakten, zu deren Versachlichung auch die Politik ihren Beitrag leisten muss. Handlungsbedarf gibt es in vielen Bereichen, etwa in Hochschulausbildung und Forschung. Die deutsche Industrie ist zwar technisch innovativ. Um im Internet der Dinge zu bestehen, muss sie aber auch neue, innovative Geschäftsmodelle schaffen.

Welche Innovation gilt als größte in Ihrem Unternehmen?

Denner: Die Innovationsgeschichte von Bosch ist annähernd so lang wie unsere 130-jährige Unternehmensgeschichte. Zu den bekanntesten Innovationen gehören die elektrische Zündung, der elektrische Scheibenwischer, der elektrische Bohrhammer mit Drallschlagwerk, das erste serienmäßige Autoradio Europas, die elektronische Benzineinspritzung in Großserie, das erste serienmäßig produzierte Navigationssystem fürs Fahrzeug, die Lambdasonde für den Dreiwege-Katalysator, das digital geregelte Antiblockiersystem ABS, die Airbagsteuerung, die elektronische Getriebesteuerung, das Elektronische Stabilitätsprogramm ESP, das Dieseleinspritzsystem Common Rail sowie der damals erste Akkuschrauber mit Lithium-Ionen-Akku IXO – mittlerweile das meistverkaufte Elektrowerkzeug der Welt – und die Motorradstabilitätskontrolle. Viele dieser Innovationen kennen wir alle aus dem Alltag. Weniger bekannt, aber heute wichtiger denn je, sind unsere mikromechanischen Sensoren. Sie sind die Sinnesorgane der vernetzten Welt. Bosch ist auf diesem Gebiet Pionier und heute Weltmarktführer.

Wie fördern Sie das Innovationsklima bei Bosch?

Denner: Bosch hat eine starke und lebendige Innovationskultur. Die zeigt sich an vielen Stellen, etwa an unserem neuen Forschungscampus in Renningen – dem „Stanford von Bosch“. 1.700 kreative Kräfte unterschiedlichster Fachdisziplinen finden dort eigens für sie konzipierte Arbeitsbedingungen. Dort setzen wir auf Kommunikation, Austausch und den Zufall: auf zufällige und kreative Begegnungen.

Was muss sich in Ihrem Unternehmen ändern, um dem Wandel begegnen zu können? Braucht es eine neue Fehlerkultur?

Denner: Dem Scheitern darf nichts Negatives anhaften. Wichtig ist, dass man dabei lernt, seine Erfahrungen macht und diese auch mit anderen teilt. Scheitern gehört zum Innovieren dazu, ist Teil einer Innovationskultur. Gefährlich wäre nur der Mangel an guten Ideen. Gerade der Weg in die vernetzte Welt ist explorativ. Wir werden viele Dinge ausprobieren, ohne immer genau zu wissen, was am Ende zum großen Erfolg wird. Ich würde mir wünschen, dass Scheitern und lehrreiche Misserfolge auch gesellschaftlich mehr Akzeptanz finden.

Teil 1: Wir sind selbst disruptiv

Teil 2: „Uns geht es nicht darum, wie wir möglichst viel Geld verdienen“

Teil 3: „Dem Scheitern darf nichts Negatives anhaften“

 

 

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