Hamburg, 13.03.2017

Teil 2: "Digitale Kenntnisse sind das Rüstzeug für den Top-Nachwuchs"

Die Betriebswirtin studierte am MIT, in Cambridge und Mannheim. Seit 2016 ist Bendiek Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland (Foto: PR)

Inwieweit bringen deutsche Hochschulen in ausreichendem Maß Top-Nachwuchskräfte hervor, die eine Transformation von Unternehmen vorantreiben oder über Start-ups digitale Impulse setzen können?

Bendiek: Wir müssen noch stärker bereits in der Schule das Interesse der Jungen aber auch der Mädchen an den MINT Fächern stärken. Nicht jeder muss Programmierer oder Ingenieur werden, aber digitale Kenntnisse sind das Rüstzeug für den Top-Nachwuchs. Was Start-ups angeht: Der letzte Start-up Monitor 2016 gibt Hoffnung, dass da etwas kontinuierlich heranwächst. So wächst der Anteil weiblicher Gründer – zwar langsam, aber stetig: Im Moment beträgt er 13,9 Prozent. Zweitens: 'Deutsche' Startups werden internationaler: 30 Prozent der Mitarbeiter – im Vorjahr waren es noch 22 Prozent – besitzen nicht die deutsche Staatsbürgerschaft. Beides steht für mich für eine offene Gesellschaft, die allen Chancen auf Teilhabe gibt. Und drittens: Neugründungen sind meist digital, das heißt weit über die Hälfte lassen sich der Digitalwirtschaft zuordnen. Impulse, die sich ausbauen lassen.

Welche digitale Innovation wird Ihr Unternehmen am stärksten verändern?

Bendiek: Früher stand Microsoft vor allem für Windows und Office. Diese beiden Produkte sind aber längst tief eingebunden in unsere Transformation von einem Softwareanbieter zu einem Anbieter umfassender Cloudservices. Besonders starke Impulse erwarte ich in Bereichen wie Machine Learning und künstlicher Intelligenz, am Beispiel unserer KI Cortana oder Azure Plattform. Das Thema Holographie wird weiter Fahrt aufnehmen. Mixed Reality Lösungen wie bei HoloLens verändern die Art und Weise wie wir Dinge sehen, planen und gestalten. Die vernetzte und mobile Kommunikation, integrierte Lösungen für die Zusammenarbeit und Datenauswertung wie bei Office 365 und Dynamics 365 werden weiter voranschreiten. Und last but not least: Auch im Hardwarebereich haben wir in den letzten Jahren mit der Surface Familie komplett neue Endgerätekategorien geschaffen und werden das weiter tun.

Welches sind die größten Triebfedern der Transformation in Ihrem Unternehmen?

Bendiek: Das sind vor allem unsere Mitarbeiter, die gemeinsam einer Mission folgen, die unser CEO Satya Nadella treffend auf den Punkt gebracht hat: 'To empower every person and every organization on the planet to achieve more!' Anders gesagt: Wir sehen uns als Partner und nicht als Wettbewerber unserer Kunden – was in disruptiven Zeiten auch nicht immer selbstverständlich ist.

Wie begegnet Ihr Unternehmen zweifelnden Mitarbeitern, um diese für die Digitalisierung zu befähigen und zu motivieren? Welche systemischen Widerstände gilt es zu überwinden?

Bendiek: Die erfolgreiche Umsetzung gerade transformativer und innovativer Themen, hängt davon ab, wieviel Glauben die Mitarbeiter an sich und ihre Führung haben. Je komplexer die Unternehmen, um so strukturierter aber auch vielfältiger muss die Kommunikation sein. Bei Microsoft setzen wir für unsere wichtigen Changethemen eine Vielzahl von Kommunikationskanälen ein: Company Meetings, interne Social-Mediakanäle wie Yammer, Video-Blogs, wöchentliche Teambesprechungen und nicht zuletzt: die Changethemen spiegeln sich auch in den Commitment Gesprächen aller Manager und Mitarbeiter wider. Durch diese Vielfalt und Regelmäßigkeit erreichen wir bidirektional jeden, in unterschiedlichsten Gesprächssituationen und nehmen vor allem auch Feedback wieder auf.

Teil 1: Endlich Zugriff

Teil 2: "Digitale Kenntnisse sind das Rüstzeug für den Top-Nachwuchs"

Teil 3: "Soziale Netzwerke? Ich beziehe Position!"

Teil 4: "Mich inspiriert die individuelle Leistung"

 

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