Hamburg, 13.03.2017

Teil 2: "Jeder kann seinen Beitrag leisten"

Hienz studierte Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften und arbeitet seit 2002 im E.ON-Konzern. 2015 wurde er zum CEO von E.ON Energie Deutschland berufen (Foto: PR)

Wie begegnet Ihr Unternehmen zweifelnden Mitarbeitern, um diese für die Digitalisierung zu befähigen und zu motivieren? Welche systemischen Widerstände gilt es zu überwinden?

Hienz: In keiner anderen Branche gibt es derzeit einen so starken Umbruch wie im Energiebereich. Diesen Wandlungsprozess gilt es offen und transparent im Unternehmen zu kommunizieren. Hier bieten sich vor allem digitale, interaktive Kanäle an, wie etwa unser Social Intranet. Sie müssen ein Innovationsklima schaffen, das die Digitalisierung als Chance wahrnimmt. Unsere Kollegen wissen: Jeder kann seinen Beitrag leisten. Wir brauchen die Digital Natives genauso wie diejenigen mit jahrelanger energiewirtschaftlicher Kompetenz. Am Ende des Tages wird das unser Wettbewerbsvorteil sein.

Welches Digitalprojekt liegt Ihnen am Herzen?

Hienz: Wir müssen es schaffen, mit unseren Kunden so zu kommunizieren, wie sie es wollen. Bei rund sechs Millionen Kunden ist das nicht immer ganz so einfach. Dabei geht es vor allem darum, die gesamte Customer-Journey auch nach den digitalen Bedürfnissen unserer Kunden auszurichten. Ein Beispiel ist unser Serviceportal MeinE.ON. Zudem entwickeln wir, zusammen mit unseren Kunden, neue Produkte und digitale Services. Schon heute haben Solaranlagen-Besitzer mit der App 'E.ON Aura Manager' eine zentrale Kontroll- und Steuerungseinheit für ihr häusliches Energiemanagement in der Hand. Das intelligente System reagiert flexibel auf den Strombedarf.

Wie wichtig sind Wahrnehmung und Bedeutung Ihres Hauses und Ihrer Person in sozialen Netzwerken? Wie beeinflussen Sie die Meinungsbildung dort?

Hienz: Sehr wichtig. Es geht doch darum, dort als Ansprechpartner wahrgenommen zu werden, wo unsere Kunden sind: Auf Facebook, Twitter, Youtube, Snapchat und Co. Wir bauen auch selbst Communities auf, um mit Kunden direkt über neue Produkte und Services zu sprechen. Dabei geht es weniger um Meinungen zu beeinflussen, als Kunden ernst zu nehmen und ein offenes Ohr zu haben.

Welches digitale Start-up hat Sie zuletzt am stärksten beeindruckt und warum?

Hienz: Mit Spannung verfolge ich derzeit die Entwicklung im Blockchain-Bereich. Da gibt es einige Startups mit ganz unterschiedlichen Geschäftsideen, die sich noch beweisen müssen. Und wir wissen alle noch nicht, ob das vielleicht die Technologie für die nächste große Welle der Digitalisierung wird.

Teil 1: Mit den Kunden wachsen

Teil 2: "Jeder kann seinen Beitrag leisten"

Teil 3: "Vorteile des Fortschritts waren schon immer mit Trade-offs verbunden"

 

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