Hamburg, 19.05.2017

Teil 2: „Anfängliche Skepsis ist Teil der menschlichen Natur“

Peter Ashworth: Der gebürtige Niederländer mit südafrikanischen Wurzeln begann seine Karriere bei Carlson Wagonlit Travel im Jahr 1985. Seit Oktober 2013 ist er Senior Vice President Central and Eastern Europe (Foto: PR/CWT)

Inwieweit bringen deutsche Hochschulen in ausreichendem Maß Top-Nachwuchskräfte hervor, die eine Transformation von Unternehmen vorantreiben oder über Start-ups digitale Impulse setzen können?
Ashworth: Es gibt an deutschen Hochschulen viele Studierende, die ein Höchstmaß an Eigeninitiative und Ideen mitbringen, um aufregende Innovationen entwickeln zu können. Sie zu fördern, ihre Talente zu erkennen und mit den richtigen Förderern zu vernetzen ist in einem ersten Schritt Aufgabe der Hochschule. Besonders eine internationale Vernetzung, um den Blickwinkel dieser jungen Menschen zu erweitern, ist ein wichtiger Baustein in deren Ausbildung. Nach dem Abschluss des Studiums müssen dann die Unternehmen selbst ein Angebot schaffen, das das Interesse dieser Absolventen weckt und ihnen den Freiraum bietet, den sie benötigen, um digitale Impulse setzen zu können. Nur wenn alle Bereiche und Mitarbeiter – vom Arbeiter bis hin zum Topmanager – hinter den Ideen einer Nachwuchskraft stehen, mit der eigenen Expertise unterstützen und Ideen mit vorantreiben, können sich Innovationen entwickeln. Zudem sollten Unternehmen die Chance ergreifen, Start-ups zu unterstützen und diese zu fördern – zum Beispiel als Mitglieder von Innovations-Gründerzentren.

Welche digitale Innovation wird Ihr Unternehmen am stärksten verändern?
Ashworth: Ein großer Trend in der Geschäftsreisebranche ist die Personalisierung. Ein Standardservice reicht immer weniger, um die Bedürfnisse von Reisenden zu erfüllen. Wir müssen künftig Präferenzen für Hotels, die Sitzplätze im Flugzeug, sportliche Aktivitäten und Ähnliches berücksichtigen, um unseren Kunden einen Mehrwert zu bieten. Darüber hinaus sind sie es aus ihren persönlichen Reisebuchungen gewohnt, alles mit wenigen Klicks online zu buchen. Dieses individuelle Kundenerlebnis werden wir auch bei Geschäftsreisen verbessern und jeden einzelnen Baustein einer Reise – von der Buchung bis hin zur Abrechnung – weiter mit Innovationen ausstatten.

Welches sind die größten Widerstände gegen die Transformation in Ihrem Unternehmen?
Ashworth: Ich würde nicht von Widerständen, sondern eher von Herausforderungen sprechen. Nicht immer ist der Mehrwehrt einer Innovation gleich ersichtlich und es bedarf manchmal eines mehrstufigen Überzeugungsprozesses, um alle für eine Idee zu begeistern. Das kann mitunter Zeit kosten, ist aber nötig, damit alle hinter einer Innovation stehen und diese zum Erfolg werden kann. Besonders das Herausbewegen aus einer Komfortzone, wenn ein jahrelanger Prozess geändert werden muss, ist immer ein kniffliges Unterfangen und die anfängliche Skepsis ist Teil der menschlichen Natur. Wir können aber feststellen, dass alle unsere Mitarbeiter immer offener gegenüber neuen Ideen werden und selbst viele Ideen anbringen, die unser Unternehmen weiter vorantreiben.

Wie motivieren Sie Mitarbeiter?
Ashworth:
Wir beziehen unsere Mitarbeiter eng in die Ideenfindung mit ein und haben die Plattform CWT Spark entwickelt, auf der sie eigene Ideen teilen können, die wir dann auch versuchen umzusetzen. Gleichzeitig wollen wir Kommunikation und Transparenz: Wir stellen neue Ansätze vor, holen Feedback aus den Fachabteilungen ein und bilden Arbeitsgruppen. So stellen wir sicher, dass jeder die Begeisterung für eine Innovation teilt.

MEIN LEBENSMOTTO: Ich lasse mich von einem inspirierenden Zitat leiten: „Shoot for the moon. Even if you miss, you’ll land among the stars.“

Teil 1: Mutiger werden

Teil 2: „Anfängliche Skepsis ist Teil der menschlichen Natur“

Teil 3: Ein Ohr am Markt

 

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