Hamburg, 19.05.2017

Mutiger werden

Peter Ashworth von Carlson Wagonlit Travel über die Personalisierung der Business-Reisen.

Digitales Reise-Erlebnis: Geschäftsreisen mit Mehrwert gehört die Zukunft (Bild: Niklas Hughes)

Beim Geschäftsreise-Spezialisten Carlson Wagonlit Travel (CWT) werden im Unternehmensbereich Corporate Innovation Ideen und Verbesserungsvorschläge von Kunden sowie von Mitarbeitern in den Innovationsprozess mit eingebunden. Das Ziel: ein optimales, digitalisiertes Business-Travel-Erlebnis.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Wie werden deutsche Unternehmen fitter für die digitale Zukunft?
Peter Ashworth:
Die Zurückhaltung beim technologischen Wandel liegt wahrscheinlich in der Natur deutscher Unternehmen. Hierzulande wird immer versucht, perfekte Produkte ohne Kinderkrankheiten auf den Markt zu bringen. Ein wenig mehr Mut ist aber nötig, um vorne mit dabei zu sein. Auch Apple hat zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von Software-Updates noch nicht alle Bugs behoben – da viele erst in der Live-Phase erkennbar werden.

Wie beurteilen Sie steigende IT-Risiken in einer digitalisierten Gesellschaft, etwa durch Betriebsspionage, Hacker-Attacken oder Negativkampagnen?
Ashworth: Mit der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung steigen natürlich auch die IT-Risiken. Daher ist es wichtig fortlaufend an den IT-Sicherheitssystemen des Unternehmens zu arbeiten und regelmäßig zu prüfen, ob diese den neuesten Standards entsprechen. Zudem ist es wichtig, die eigenen Mitarbeiter zu schulen und ihnen zu zeigen, wie sie zur Datensicherheit beitragen können. Wir machen das beispielsweise jährlich in Form einer Onlineschulung und sensibilisieren durch Themenwochen, etwa die „Security Awareness Week“, in der kleine Themenfelder rund um Datensicherheit und Datenkriminalität anschaulich vorgestellt und hinterleuchtet werden.

In den USA und Asien werden ohne viele Einschränkungen Benutzerdaten gesammelt und verwertet, in Europa gibt es die „Charta der digitalen Grundrechte“ für Datenschutz und Privatsphäre. Beschreiten wir damit in digitalen Zeiten eher den Holz- oder den Königsweg?
Ashworth: Das Thema Datenschutz macht deutlich, wie sehr sich verschiedenen Kulturkreise – trotzt vernetzter und digitaler Welt – deutlich voneinander unterscheiden. In Europa kann es manchmal sehr schwierig sein, neue Innovationen durchzusetzen, da der Datenschutz dem gelegentlich im Weg steht. Auf der anderen Seite werden in solch einem rasanten Tempo neue Angebote entwickelt, dass der Überblick verloren gehen kann, was mit den eigenen Daten geschieht und wie diese genutzt werden. Wir verstehen die Ängste und Wünsche unseren Kunden und finden den Schutz der Daten wichtig und sinnvoll. Die Charta der digitalen Grundrechte sollte deshalb als wichtiges Gut empfunden werden.

Welche Wege und Strategien sind erforderlich, um die gesamte oder zumindest das Gros der Gesellschaft an den Vorteilen der Digitalisierung partizipieren zu lassen und niemanden auszuschließen?
Ashworth: Der einfache und schnelle Zugang zu den Vorteilen, welche die Digitalisierung mit sich bringt, muss jedem offen stehen. Dies wird vor allem durch Kommunikation und Weiterbildung erreicht, um niemanden von vorneherein auszuschließen. Bildungsschwache oder ältere Menschen müssen genauso einbezogen werden, wie Menschen aus den oberen Einkommens- und Bildungsschichten. Dies erreicht man durch Aufklärung, die schon in der Schule stattfinden muss und durch weiterführende Informationsangebote für Menschen, die die Schule nicht mehr besuchen. Hier sollten Politik, Wirtschaft und die Gesellschaft eng zusammenarbeiten, um ein passendes Angebot zu entwickeln. Auch müssen Angebote geschaffen werden, die keine Person ausschließen, weil sie sich eine Innovation aufgrund von Kosten nicht leisten kann – Stichwort Bibliotheken und Gemeindezentren.

Teil 1: Mutiger werden

Teil 2: „Anfängliche Skepsis ist Teil der menschlichen Natur“

Teil 3: Ein Ohr am Markt

 

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