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Teil 2: „Pioniergeist, Weitsicht und Tatkraft“

Der studierte und promovierte Jurist Paul-Otto Faßbender arbeitet seit 1977 für den ARAG Konzern, seit 2000 als dessen CEO (Foto: PR)

Welche Innovation gilt als die größte in Ihrem Unternehmen? 

Faßbender: Die ARAG hat sich in den vergangenen zehn Jahren von Grund auf erneuert. Das Unternehmen hat sich so stark verändert, dass ich das nicht an einzelnen Innovationen fest machen kann. Ich denke aber, dass zwei Dinge den Konzern sehr positiv beeinflusst haben: Unsere hochmoderne Firmenzentrale, die neue Formen der Zusammenarbeit flexibel ermöglicht sowie die Öffnung des Konzerns für das internationale Geschäft. Dadurch bekommen wir viele neue Impulse in unsere Tagesarbeit, die ein rein auf den deutschen Markt fokussierter Versicherer so nicht erhält.

Was tun Sie, um das Innovationsklima zu fördern?

Faßbender: In der Finanzindustrie scheinen Innovationen auf den ersten Blick zunächst nicht wichtig zu sein. Sie können auf ihre guten Ideen kein Patent anmelden und damit direkte Wertschöpfung erzielen. Jeder kann alles kopieren, wenn die IT leistungsfähig genug ist. Die ARAG versteht sich aber als Impulsgeber und nicht als Mitläufer. Ohne den Pioniergeist des Unternehmensgründers würde es das Unternehmen nicht geben. Es ist daher wichtig, das eigene Team ebenfalls davon zu überzeugen, dass Innovationsfreude wichtig ist. Das fördern und unterstützen wir in der ARAG unter anderem durch eine sehr moderne Unternehmenskultur, die viel Wert auf Pioniergeist, Weitsicht und Tatkraft legt. Eine hochmotivierte Belegschaft ist der entscheidende Treiber für Innovationen. 


Brauchte die ARAG eine neue Fehlerkultur?

Faßbender: Der ARAG Konzern brauchte viel Zeit, um Fehler der Vergangenheit zu überwinden. Heute wachsen wir im In- und Ausland. Wir gewinnen neue Kunden, und das vor allem im Online-Bereich. Das einstige Verharren in alten Problemstellungen macht das Unternehmen heute hungrig und leistungsbereit. Niemand will ernsthaft die Zeiten zurück, in denen wir Kunden und Ein­nahmen verloren haben. Das ist ein starker Antrieb und Ansporn für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Ausblick 2020: Welche Chancen und Risiken erwarten Sie für Ihre Branche? Glauben Sie, dass ein Angreifer mit einem disruptiven Geschäftsmodell Ihre Branche durcheinander wirbeln wird?

Faßbender: 
Die Tiefzinsphase und die digitale Transformation werden unsere Branche verändern. Abwarten ist dabei kein Gebot der Stunde. Die ARAG richtet ihr Geschäft proaktiv darauf aus und setzt klar auf ihre Geschäftsschwerpunkte im Sach- und Krankenversicherungsgeschäft. Von unserem Lebensversicherungsgeschäft werden wir uns trennen. Das Closing dazu läuft. Zudem ist die Digitalisierung für uns eine große Chance, den Kontakt mit neuen Kundengenerationen auszubauen. Die digitale Transformation ermöglicht es uns, einen strukturellen Wettbewerbsnachteil, den wir gegenüber Großkonzernen mit ihren unermesslich großen Verkaufsorganisationen besitzen, in einen klaren Vorteil umzumünzen. Die Entwicklung des Internets zeigt, dass Agilität durch Schnelligkeit und Innovationskraft zu mehr Effizienz führt als schiere Größe und üppige Budgets. Daran arbeiten wir mit viel Energie und können auch erste Erfolge sehen. Entscheidend ist es, unsere Services immer wieder neu an hohen Standards der Kundenwünsche anzupassen. Disruptive Ansätze, die den Kern unseres Geschäftes angreifen, gibt es in ausreichender Zahl. Ich warte sicher nicht darauf, bis sie sich auf breiter Front durchsetzen, wenn ich zugleich genügend Potenzial sehe, mein eigenes Unternehmen besser aufzustellen. Hier haben wir schon den Anspruch, Impulsgeber zu sein. 


Teil 1: Zukunft aktiv planen

Teil 2: ”Pioniergeist, Weitsicht und Tatkraft“

Teil 3: „Als Unternehmer empfinde ich Wandel erfrischend“

 

 

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