Zurück zur Hauptseite

Teil 2: „Wir müssen Platz schaffen für neue Ideen“

Blumes Karriere: Maschinenbaustudium in seiner Heimatstadt Braunschweig, Trainee bei Audi, Promotion in Schanghai, Vorstands­assistent, Leiter Produktions­planung bei VW, Produktions­vorstand bei Porsche und seit 2015 Porsche-Chef (Foto: PR)

Glauben Sie, dass unsere Politiker die Herausforderungen der Zukunft richtig einschätzen und beispielsweise die richtigen Reformen auf den Weg bringen?

Blume: Das lässt sich so generell kaum beantworten. Die politische Landschaft ist äußerst heterogen. Teilweise sind da gute, zielführende und mit Sachverstand formulierte Ansätze zur erfolgreichen Bewältigung der Zukunftsherausforderungen zu erkennen. Grundsätzlich wünschte ich mir etwas mehr Agilität, Tatkraft, Pragmatismus, Weitblick und Reformwille und etwas weniger Ideologie oder parteipolitische Taktiererei.

Welche Innovation gilt als größte in Ihrem Unternehmen?

Blume: Professor Ferdinand Porsche hat vor über einem Jahrhundert das erste Fahrzeug der Welt mit Hybridantrieb gebaut. Der sogenannte „Mixte“ basierte auf dem Lohner-Porsche, der auf der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900 als eines der ersten Elektrofahrzeuge für Aufsehen sorgte. Der Mixte verfügte über zwei elektrische Radnabenmotoren und einen Verbrennungsmotor, über den die Batterie aufgeladen wurde. Damals konnte sich die Hybrid-Technologie noch nicht durchsetzen. Sie hatte sich als zu wenig alltagstauglich erwiesen. Doch inzwischen haben wir an diese historische Erfindung angeknüpft: 2014 war Porsche der erste Autohersteller, der in drei Premium-Segmenten gleichzeitig mit innovativen Plug-in-Hybrid-Modellen vertreten war. Außerdem haben wir im Motorsport mit unserem LMP1-Rennwagen 919 Hybrid beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans zwei Jahre in Folge bewiesen, dass man mit innovativen Hybridsystemen sogar höchst anspruchsvolle Langstreckenrennen gewinnen kann. Der Hybridantrieb ist allerdings nur eine Übergangstechnologie auf dem Weg zur Elektromobilität. Deshalb hat Porsche bereits zum nächsten großen Innovationssprung angesetzt: Noch Ende dieses Jahrzehnts werden wir mit dem „Mission E“ unseren ersten rein elektrisch angetriebenen Sportwagen auf den Markt bringen. Es wird ein echter Porsche sein – mit markentypischen sportlichen Fahrleistungen, wie sie unsere Kunden von einem Porsche erwarten, zugleich absolut alltagstauglich. Und dank null lokalen Emissionen im Fahrbetrieb wird der „Mission E“ nachhaltig zukunftsfähig sein.

Ist Ihr Unternehmen innovativ genug?

Blume: Porsche lebt von Innovationen. Unsere Marke hat ihre Wurzeln im Motorsport. Um dort Erfolg zu haben, muss man erfindungsreich sein und bessere Technologien einsetzen als die Konkurrenten – effizientere Antriebe, bessere Bremsen, Fahrwerke, Elektronik. Außerdem: Ferdinand Porsche hat vor über einem Jahrhundert das erste Fahrzeug der Welt mit Hybridantrieb gebaut. Wir haben an diese historische Erfindung angeknüpft und feiern mit innovativen Hybridsystemen Erfolge. Mit dem „Mission E“, dem ersten rein elektrisch angetriebenen Sportwagen von Porsche, setzen wir nun zum nächsten Innovationssprung an.

Wie begegnen Sie dem Wandel des Automarkts?

Blume: Indem wir festgelegte Prozesse immer wieder neu infrage stellen, experimentieren, bereit sind, kalkulierbare Risiken einzugehen und neue Wege einzuschlagen. Wir müssen Platz schaffen für neue Ideen und eingefahrene Strukturen neu bewerten. Diese Herausforderung nehmen wir an. Das schließt ein, dass wir Fehler machen – aus denen wir lernen. Nur möglichst nicht in der Fertigung. Dort stehen wir weiter für Perfektion.

Fürchten Sie disruptive Wettbewerber?

Blume: Die sorgen für Impulse und konstruk­tive Unruhe. Aber komplett durcheinanderwirbeln werden sie die Branche – zumindest in absehbarer Zeit – nicht. Ignoriert und belächelt werden sie jedoch längst nicht mehr. Wir haben das enorme Poten­zial disruptiver Geschäftsmodelle erkannt und sind vorbereitet. Mobilität 4.0 ist eine riesige Herausforderung und enorme Chance zugleich. Wir machen Porsche fit für das digitale Zeitalter der Elektromobilität.

Teil 1: Alles hinterfragen

Teil 2: „Wir müssen Platz schaffen für neue Ideen“

Teil 3: „Gemeinsam nach einer zielführenden Lösung suchen“

 

 

Das interessiert andere Leser

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick
Das interessiert andere Leser
  • Green Key-Empfehlung für mobilen Fritteusenservice

    Franchisegeber FiltaFry, gehört zu den ersten Lieferantenservices, die durch die DGU (Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung) das Green Key Eco-Label erhielten.

  • Franchise Expo 2019 in Frankfurt
    Franchise Expo 2019 – die erfolgreiche Messe geht in die zweite Runde

    Das Jahr 2019 hat gerade erst begonnen und die deutsche Franchisewirtschaft kann sich bereits jetzt auf die nächste Franchise Expo (FEX19) in Frankfurt freuen.

  • Immer mehr Senior-Inhaber suchen einen Nachfolger

    Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage bei der Unternehmensnachfolge geht weiter auseinander. Der Fachkräftemangel und das neue Erbschaftssteuerrecht hemmen Übernahmeinteressierte.

  • Qualität bei Dienstleistungskonzepten im Franchising
    Qualität bei Dienstleistungskonzepten im Franchising

    Qualitätsmanagement spielt in Unternehmen eine wichtige Rolle. Wie werden QM-Systemen im Franchise umgesetzt und wieso eignen sich Franchisekonzepte besonders gut um Qualität zu sichern? Mehr

  • Am abheben: der Franchise Klima Index verbreitet Optimismus
    Am abheben: der Franchise Klima Index verbreitet Optimismus

    Der Deutsche Franchiseverband hat vor einem halben Jahr zum ersten Mal die Stimmungslage am Franchisemarkt eruiert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

  • Nachfolge im Franchise

    Als Franchisenehmer mit wenig Eigenkapital zum eigenen Unternehmen? Ein Beispiel aus Ravensburg zeigt, wie der Weg zur Gründung aussehen könnte.

  • Zurück an die Weltspitze

    Damit Deutschland erfolgreich bleibt, braucht es eine Kreativwende, fordern Martin Blach, Bernd Heusinger und Marcel Loko von der Hirschen Group.

  • Vom Hype zur Realität

    Führungskräfte müssen lernen zu differenzieren: Hype hin oder her – nicht alles, was Start-ups vorleben, ist unreflektiert zu übernehmen. Wo Sie abwägen sollten, sagt TK-Chef Dr. Jens Baas.

  • Profi-Sparring

    Wie ein neuer Chef eine Agentur repositioniert, während der Gründer noch an Bord ist. nachgehakt bei Jens Huwald, Wilde und Partner.

  • Ist mein Unternehmen zukünftsfähig?

    Gratis: DUB startet Deutschlands größte Unternehmer-Umfrage – zusammen mit KPMG und den Hochschulen in Paderborn und Regensburg. Am Schnelltest teilnehmen und sofort Auswertung erhalten!

  • Leasing-Spezial: Alles ist leasebar

    Längst bieten sich für Unternehmer Möglichkeiten, Innovationen und andere Investitionen mit Leasingpartnern zu realisieren. Experten und Vertreter evon Leasinggesellschaften erklären, welche ...

  • Standards im Systemmanagement

    Die Systemzentrale hat eine weitaus größere Rolle als nur die Lizenzen an Franchisenehmer zu vergeben. Wie ein Co-Manager hilft sie dabei, das Franchisesystem zu etablieren und erfolgreich zu führen.