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Alles hinterfragen

Der Porsche Vor­standschef Dr. Oliver Blume über die Vision einer neuen Mobilitätsära.

 

Konzeptstudie: Den ersten E-Porsche stellen sich die Zuf­fen­hau­se­ner im gewohnt sportlichen Look vor (Bild: Niklas Hughes)

Hybridantrieb? Gab es bei Porsche schon vor über 100 Jahren. Bis 2020 soll der erste rein elektrisch angetriebene Porsche vom Band rollen.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Welche Innovationen werden Ihre Branche nachhaltig verändern?

Oliver Blume: Die zentralen Zukunftstrends sind klar: Elektrifizierung, Digitalisierung, Konnektivität.

Alphabet/Google, Apple, Amazon, Facebook: Vergleichsweise junge, amerikanische IT-Unternehmen geben weltweit Takt und Ton an, sind an der Börse mehr wert als die DAX-Unternehmen zusammen. Warum schaffen wir es nicht, in diese Liga vorzustoßen?

Blume: Der Börsenwert ist bekanntlich nicht alles. Außerdem sollten wir uns nicht schlechter machen, als wir sind. Immerhin ist Deutschland die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt. In unserem Land gibt es viele hoch innovative Unternehmen, die in ihren jeweiligen Branchen oder Segmenten Weltmarktführer sind. In der strategisch wichtigen IT-Branche ist allerdings das Silicon Valley führend. Das hat viel mit Innovationskultur und Risikobereitschaft zu tun. In den USA gibt es gerade im Umfeld der Elite-Universitäten eine sehr agile Gründerszene mit jungen Unternehmern, die unsere Welt mit visionären Ideen revolutionieren wollen. Viele dieser Geschäftsmodelle scheitern, doch einige setzen sich am Ende durch – und schaffen mitunter völlig neue Produktkategorien, mit denen ganze Branchen aufgemischt werden.

Was denken Sie, weshalb die deutsche Gründerszene da nicht mithalten kann?

Blume: Hierzulande sind die Rahmenbedingungen für Start-ups noch nicht optimal. Es fehlt vor allem an Risikokapital und Risikobereitschaft. Und in unserer Gesellschaft gehen wir mit Fehlern und dem Scheitern ganz anders um als die Amerikaner. Wir täten gut daran, die Entwicklungen in Kalifornien im Blick zu behalten und uns dort das Eine oder Andere abzuschauen. Trotzdem gibt es zahlreiche gute Ansätze auch in Deutschland. Wenn wir unsere Stärken nutzen und Mut zeigen, bin ich optimistisch.

Welches Unternehmen weltweit hat sein Geschäftsmodell vorbildlich auf die Zukunft ausgerichtet?

Blume: Erfolgreiche IT-Unternehmen wie Apple, Google, Amazon oder der chinesische Google-Konkurrent Baidu haben eine ungeheure Technologiedynamik, die mich sehr beeindruckt. Davon können wir lernen. Tesla hat in die Automobilbranche viele neue Impulse eingebracht. Das verdient Respekt – auch wenn das wirtschaftlich noch nicht erfolgreich ist.

Digitalisierung und Transformation: Erwarten Sie, dass auf uns soziale und politische Herausforderungen zukommen, etwa frappierend steigende Arbeitslosigkeit oder radikale gesellschaftliche Umbrüche?

Blume: Nichts ist so sicher wie der permanente Wandel. Aber wir sollten ihn nicht als Bedrohung sehen, sondern vielmehr als Chance erkennen und nutzen. Gerade auf dem Gebiet der Technologie erleben wir heute starke Innovationsschübe. Daraus entstehen völlig neue Berufsfelder. Wir sind also gefordert, uns ständig weiter zu qualifizieren. Wir müssen auch die heute vorhandenen Berufsgruppen auf künftige Erfordernisse hin weiterentwickeln. Dann wird es uns auch gelingen, in Zukunft erfolgreich zu sein.

Teil 1: Alles hinterfragen

Teil 2: „Wir müssen Platz schaffen für neue Ideen“

Teil 3: „Gemeinsam nach einer zielführenden Lösung suchen“

 

 

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