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Teil 2: „Innovationen kommen von innen heraus“

Der Diplomkaufmann Klaus Schäfer war ab 1996 für die VIAG tätig, eine der Vorgängergesellschaften von E.ON. Seit Januar 2016 ist er Vorstandsvorsitzender von Uniper (Foto: PR)

Digitalisierung und Transformation: Erwarten Sie, dass auf uns soziale und politische Herausforderungen zukommen, etwa frappierend steigende Arbeitslosigkeit oder radikale gesellschaftliche Umbrüche?

Schäfer: Die sozialen und politischen Herausforderungen sind doch längst da. Ich sehe eine enorme Herausforderung darin, dass weite Teile der Welt sich bereits digitalisieren, bevor sie über eine funktionierende Infrastruktur im Verkehrswesen oder im Energiebereich verfügen. Als Unternehmen konzentrieren wir uns dabei auf den Energiebereich. In der europäischen Industrielandschaft geht es um die sichere und unterbrechungsfreie Strom- und Gasversorgung. Hier können schon Stromunterbrechungen im Millisekunden-Bereich eine sensible Fertigung lahmlegen und hohe Ausfallkosten erzeugen. In anderen Teilen der Welt muss überhaupt erst eine funktionierende Infrastruktur für Energie entstehen. Es gibt eine enorme Kluft zwischen diesen beiden Teilen der Welt. Uniper möchte für alle wesentlichen Bedürfnisse in diesen Teilen der Energiewelt Lösungen anbieten. So haben wir zum Beispiel erst kürzlich in Indien ein Joint Venture mit India Power geschlossen, mit dem wir unseren Beitrag für eine sichere Stromversorgung dort gewährleisten wollen.

Glauben Sie dass unsere Politiker die Herausforderungen für die Zukunft richtig einschätzen und beispielsweise die richtigen Reformen auf den Weg bringen?

Schäfer: In einer demokratischen Gesellschaft sollte niemand den Anspruch erheben, alleine zu wissen, was richtig oder falsch ist. Politische Reformen sind immer Ergebnis eines umfangreichen Dialoges, an dem wir uns alle beteiligen und unsere Positionen einbringen. Gerade im Energiebereich in Deutschland werden die echten Herausforderungen aber erst noch kommen und mit den derzeitigen Reformen springen wir noch deutlich zu kurz.

Welche Innovation gilt als die größte in Ihrem noch jungen Unternehmen?

Schäfer: Uniper ist kein klassisch forschendes Technologieunternehmen, wir verhelfen vielmehr Innovationen zum Durchbruch. Aber etwa im Erzeugungsbereich haben wir die Effizienz unserer Kraftwerke enorm gesteigert. So wird aus einem Kilogramm Steinkohle heute mehr als doppelt so viel Strom erzeugt als noch im Jahr 1950. Und im bayerischen Irsching haben wir vor sechs Jahren ein Kraftwerk mit einer völlig neuen Generation von Gasturbinen gebaut – damit haben wir es sogar ins „Guinness Buch der Rekorde“ geschafft.

Was tun Sie in Ihrem Unternehmen, um das Innovationsklima zu fördern?

Schäfer: Innovationen kommen von innen heraus. Und dafür braucht man nicht nur die richtigen Leute, sondern auch eine Unternehmenskultur, die Innovationskraft und neues Denken fördert. Auch vor dem Hintergrund eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds sehen wir es als unsere Aufgabe an, weiter an der Zukunft der Energiemärkte zu arbeiten, unsere Anlagen effizienter und somit wirtschaftlicher zu machen, Ressourcen zu schonen und Emissionen zu reduzieren. Denn in keinem anderen Unternehmen ist so viel langjähriges Know-how über Energiemärkte und Technologien vorhanden wie bei Uniper. Dieses Know-how setzen wir ein und arbeiten an verschiedenen innovativen Ansätzen.

Teil 1: Effizienz steigern

Teil 2: „Innovationen kommen von innen heraus“

Teil 3: „Immer wieder motivieren“

 

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