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Teil 3: „Wir Automobilhersteller müssen schneller und beweglicher werden“

 

Welche Gefahr geht Ihrer Meinung nach von Angreifern aus der Technologiebranche für die Automobilindustrie aus?

Neumann: Wir können viel von Technologie-Unternehmen lernen – beispielsweise in Sachen Geschwindigkeit. Denken Sie nur an die Produktlebenszyklen. In der Automobilindustrie dauern diese in der Regel etwa sieben Jahre. Für IT-Unternehmen ist das eine Ewigkeit. Der Zyklus, in dem neue Smartphones auf den Markt kommen, ist das anschaulichste Beispiel. Wir Automobilhersteller müssen schneller und beweglicher werden, wenn wir bestehen wollen. Der Druck, die Innovationszyklen zu verkürzen, steigt stetig. Die Trennung von Hardware- und Software-Zyklen ist dabei ein Muss.

War for (digital) talents: Was tun Sie, um die besten Mitarbeiter für Ihr Unternehmen zu rekrutieren?

Neumann: Wir gehen bei der Rekrutierung von Talenten die unterschiedlichsten Wege. Neben den üblichen Kanälen wie unsere Homepage und Jobbörsen nutzen wir auch Smartphone-Apps wie Truffls und Social Media-Plattformen wie LinkedIn oder Xing, auf denen auch ich selbst aktiv bin. Darüberhinaus gehen wir auch direkt dorthin, wo die Talente sind: an Hochschulen und zu Veranstaltungen wie zum Beispiel der Formula Student Germany. Wir sprechen dort auf Augenhöhe mit jungen Talenten, die wir für uns gewinnen wollen. Und wir schließen strategische Partnerschaften mit studentischen Organisationen wie dem Verein für Wirtschaftsingenieure. Glücklicherweise wächst unser Talentpool – die jungen Menschen, die einmal ein Praktikum bei Opel gemacht haben, bleiben sehr gern mit uns in Kontakt.

Welche Innovation beeindruckt Sie am meisten?

Neumann: Natürlich das Auto, das vor 150 Jahren die persönliche Mobilität der Menschen auf eine neue Stufe hob und sie bis heute prägt. Und natürlich das Internet. Wenn ich mir vor Augen führe, wie stark das Web in gerade einmal 25 Jahren das Leben der Menschen verändert hat, ist das schon beeindruckend. Ganz spannend wird es, wenn man nach vorn schaut und das Auto und das Internet zusammenbringt. Dann entsteht nämlich – sozusagen in der finalen Evolutionsstufe – das Robo-Auto, also das autonome Fahren. Das ist eine enorm spannende Vision, der wir immer näher kommen.

Bücher, Reisen, Gespräche: Was tun Sie, um persönlich fit zu bleiben in Sachen „Herausforderungen der Zukunft“?

Neumann: Als Ingenieur bin ich total technikaffin, mag Gadgets jeder Art – vom Fitnessarmband bis hin zur Smartwatch, der Datenbrille oder der Drohne. Ich suche mir meine Herausforderungen gerne auch im Sport – beim Marathon laufen, Segeln oder Mountainbike fahren.

Gibt es ein Motto, nach dem Sie verfahren?

Neumann: Man muss mit offenen Augen durch die Welt gehen und darf sich Veränderungen nicht verschließen.

MEIN TIPP: Die direkte Art neuer Kommunikationsmittel auf Social-Media-Kanälen passt hervorragend zur Nahbarkeit einer modernen Unternehmenskultur.

Teil 1: Bleib auf der Überholspur

Teil 2: „Wir sind heute viel flexibler und schneller“

Teil 3: „Wir Automobilhersteller müssen schneller und beweglicher werden“

 

 

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