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Teil 2: „Es muss erlaubt sein, Fehler zu machen“

Der studierte Betriebswirt Joachim Drees begann seine Karriere bei der Treuhandanstalt Berlin, 1996 wechselte er zur Daimler Truck Group. Seit 2015 ist er Vorstands- vorsitzender von MAN Truck & Bus und der MAN SE (Foto: PR)

Glauben Sie, dass unsere Politiker die Herausforderungen der Zukunft richtig einschätzen und beispielsweise die richtigen Reformen auf den Weg bringen?

Drees: Die müssen wir, die Unternehmer, gemeinsam mit der Politik entwickeln. Ich sehe die Aufgabe der Unternehmer auch darin, eine treibende Kraft in unserem Land zu sein. Die Politiker müssen uns die Voraussetzungen bzw. die Rahmenbedingungen schaffen, damit wir unsere innovativen Ideen umsetzen können. Das sollte in vielen Fällen möglichst gleich auf europäischer Ebene geschehen.

Welche Innovation gilt als größte Ihres Hauses?

Drees: Hier darf ich mal ganz unbescheiden den Dieselmotor nennen, für den schon im Jahre 1893 das Patent erteilt wurde. Aber auch 2016 haben wir Bahnbrechendes zu bieten, nämlich unsere neue Marke RIO: Diese von MAN mitentwickelte und verantwortete Digitalmarke ist ein offenes und Cloud-basiertes Betriebssystem für die ­gesamte Transportbranche.

Wie fördern Sie das Innovationsklima?

Drees: Wir haben ein umfangreiches Zukunftsprogramm aufgesetzt. Dabei geht es um mehr Vertrauen, mehr Verantwortung und mehr Entscheidungsspielraum auf allen Ebenen. Wir führen flexible Arbeitszeiten ein und fördern unternehmerisches Denken und Handeln. Das ist mir eine Herzensangelegenheit. Zusätzlich holen und entwickeln wir Leute, die das schon mitbringen und fachlich sowie von ihrer Mentalität her zu uns passen. Außerdem mag ich keine Ellenbogenmentalität.

Was muss sich in Ihrem Unternehmen ändern, um dem Wandel begegnen zu können? Braucht es eine neue Fehlerkultur?

Drees: Es muss erlaubt sein, Fehler zu machen. Auf allen Ebenen. Davon geht die Welt nicht unter. Wünschenswert ist doch aber, im ganzen Unternehmen eine „can do attitude“ zu kultivieren. Das bringt ein Unternehmen voran.

Könnte das ­disruptive Geschäftsmodell eines Angreifers Ihre Branche aus den Angeln heben?

Drees: Die Nutzfahrzeugbranche ist sehr zyklisch, aber sehr konservativ. Ja, es ist durchaus davon auszugehen, dass neue Marktteilnehmer auch auf unseren Kernmarkt Europa drängen werden. Aber dafür stellen wir uns als MAN ganz konsequent auf. Außerdem wird die Elektromobilität unser Geschäft, so wie wir es jetzt kennen, grundlegend revolutionieren. Aber dazu brauchen wir keinen Angreifer, das machen wir schon selbst.

Teil 1: Daten auf Achse

Teil 2: „Es muss erlaubt sein, Fehler zu machen“

Teil 3: „Sich nicht vom Gegenwind umblasen lassen“

 

 

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