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Daten auf Achse

Mobilität gilt als digitales Spielfeld schlechthin. MAN-Chef Joachim Drees über den Wandel auf der Straße.

MAN TGX EfficientLine 3: Mehr Leistung, weniger Verbrauch als Maxime (Bild: Niklas Hughes)

Elektrofahrzeuge, die bis unters Dach mit digitaler Technik ausgestattet sind, setzen auch die Lkw-Industrie unter Druck. Joachim Drees, CEO von MAN, versteht sich dennoch als Angreifer.

DUB UNTERNEHMER Magazin: Blick in die Zukunft: Welche Innovation wird unser Leben in den kommenden Jahren so nachhaltig verändern wie der Siegeszug der Smart-Phones?

Joachim Drees: Denken Sie mal an die Mobilität und die Logistik in der Zukunft. Ich nenne das autonome Fahren, also das fahrerlose Fahren. Das wird zwar noch nicht morgen kommen, aber bestimmt in 10 bis 15 Jahren. Auf dem Weg dahin wird uns in den kommenden Jahren allerdings die Konnektivität – also die Vernetzung – viel weiterbringen. Denn damit werden intelligente Systeme des „Instant Delivery“ verbunden sein. Mir sind heute schon Projekte bekannt, die beabsichtigen, uns Dinge zu liefern, noch bevor wir diese überhaupt bestellt haben. Und wir werden glücklich sein, dass wir beliefert wurden!

Alphabet/Google, Apple, Amazon, Facebook: Vergleichsweise junge, amerikanische IT-Unternehmen geben weltweit Takt und Ton an, sind an der Börse mehr wert als die DAX-Unternehmen zusammen. Warum schaffen wir es nicht, in diese Liga vorzustoßen?

Drees: Wir sind ja dabei, das zu tun! Natürlich haben die Amerikaner die Messlatte hoch aufgelegt, das steht außer Frage. Die gesamte amerikanische Unternehmenskultur ist eben sehr stark vom Innovationsgeist durchdrungen. Aber schauen Sie mal nach Berlin oder München, was dort alles passiert. Aus meiner Sicht brauchen wir in Deutschland nicht unter dem Teppich herumzulaufen: Trivago (Unicorn!), Westwing und Zalando zum Beispiel, das sind doch gute Stories, die sich sehen lassen können. Die kennt jeder, aber es gibt genauso auch Beispiele aus dem B2B-Bereich.

Welches Unternehmen weltweit hat sein Geschäftsmodell vorbildlich auf die Zukunft ausgerichtet? Was beeindruckt Sie an dem Unternehmen am meisten?

Drees: Klar, dass ich jetzt mit einem Beispiel aus der Fahrzeugindustrie komme, und zwar mit einem recht ungewöhnlichen: Die Satellitentechnik hat schon vor über 20 Jahren Einzug in die Branche der Landmaschinenhersteller gehalten. So zum Beispiel bei Claas, einem der weltweit größten Produzenten. Dank einer speziellen GPS Steuerung können riesige Landmaschinen Bahn für Bahn zentimetergenau(!) automatisch über den Ackerboden pilotiert werden. Diese Technologie wird von Claas weltweit angeboten. Das Unternehmen hat sich vorbildlich und intensiv mit den Bedürfnissen seines internationalen Klientels beschäftigt und vermarktet die eigenen GPS Lenksysteme nicht nur mit den eigenen Produkten, sondern bietet diese auch für Fremdfabrikate an. Da hat jemand mitgedacht. Das gefällt mir.

Digitalisierung und Transformation: Erwarten Sie, dass auf uns soziale und politische Herausforderungen zukommen, etwa frappierend steigende Arbeitslosigkeit oder radikale gesellschaftliche Umbrüche?

Drees: Herausforderungen gibt es immer. Die Digitalisierung muss für uns Menschen gemacht sein und nicht umgekehrt – das gilt auch für die damit verbundenen Arbeitsplätze. Generell sollten wir diesen ganzen Schritt hin in eine vernetzte Welt als eine Entwicklung begreifen, die uns nützlich ist. Aber damit wir in Deutschland nicht den Anschluss verlieren, müssen wir massiv in den Ausbau von Glasfasertechnologie investieren. Eine weitere Herausforderung wird sein, den Technologie-Standort Deutschland weiter attraktiv zu halten. Das Know-how muss weiterhin aus Deutschland bzw. aus Europa kommen, ganz egal wo produziert wird. Das ist unser Kapital.

Teil 1: Daten auf Achse

Teil 2: „Es muss erlaubt sein, Fehler zu machen“

Teil 3: „Sich nicht vom Gegenwind umblasen lassen“

 

 

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