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Freiräume schaffen

Dr. Frank Appel, CEO der Deutsche Post DHL Group, über das Potenzial der Robotik, sinnstiftende Arbeit und Vertrauen als entscheidendes Element.

 

Lieferung per Drohne: Gesetzliche Regelungen müssen Freiräume für mehr Dynamik erlauben (Bild: Niklas Hughes)

Die digitale Transformation macht – so die Ansicht von Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Post DHL Group – unser Leben nicht nur einfacher und angenehmer. Der CEO will mit Innovationen auf der „letzten Meile“ das Angebot für Kunden nachhaltig verändern.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Das Smartphone hat unser Leben nachhaltig verändert. Welche Innovation wird eine ähnliche Wirkung haben?

Frank Appel: Ein sehr vielversprechender Kandidat ist für mich die Robotik. Dieses sich rasch entwickelnde Feld hat enormes innovatives Potenzial – sei es im Haushalt, in der Pflege oder der Logistik. Roboter, die uns intelligent unterstützen, können unser Leben dramatisch erleichtern. Sie werden uns Zeit und Sicherheit schenken, uns produktiver machen und uns viele Belastungen ersparen.

Google, Apple, Amazon, Facebook – wann spielen endlich deutsche Firmen in der „ersten Digitalliga“?

Appel: Wir müssen uns hierzulande nicht verstecken. Zum Beispiel sind wir weit, wenn es um die Nutzung von IT geht, darum, intelligente Produkte, Anlagen oder Services zu schaffen. Zugegeben: Die Erfolge der US-Internetkonzerne zeigen, dass wir Aufholbedarf haben. Wir sollten uns daher das Ziel setzen, mehr digitale Freiräume zu schaffen und Bildungs- und Sozialsysteme offensiver auf die Anforderungen der digitalen Zukunft einzustellen. Und wir sind gut beraten, neue Entwicklungen und Ideen grundsätzlich optimistisch statt mit Sorge zu sehen.

Von welchem Unternehmen sind Sie beeindruckt?

Appel: Da halte ich mich bewusst zurück. Das Tempo des Wandels ist bereits jetzt enorm groß. Und es dürfte sich künftig eher noch beschleunigen. Gleiches gilt für die Komplexität und Unsicherheit, die unser Umfeld kennzeichnen. Kein Unternehmen kann darauf vertrauen, dass sein Geschäftsmodell – so vorbildlich es auch sein mag – ohne Weiteres allen denkbaren Zukunftsentwicklungen standhalten wird. Abgesehen davon bin ich kein Freund von Ferndiagnosen zur Unternehmensstrategie.

Digitalisierung und Transformation – auch der Gesellschaft: Erwarten Sie, dass auf uns soziale und politische Herausforderungen zukommen, etwa frappierend steigende Arbeitslosigkeit oder radikale gesellschaftliche Umbrüche?

Appel: Die digitale Transformation sorgt für gesellschaftlichen Fortschritt. Sie macht unser Leben einfacher, angenehmer und nachhaltiger. Natürlich werden von ihr auch Arbeitsplätze betroffen sein. Aber mindestens genauso viel Arbeit entsteht in anderer Form wieder. In vielen Bereichen werden Menschen nicht überflüssig, sondern schlicht anders eingesetzt. Ich behaupte, dass uns unterm Strich mehr Zeit für das bleibt, was uns am Nächsten liegt: soziale Beziehungen, gesamthaftes Denken, Unternehmergeist oder die Fähigkeit, die Bedürfnisse Anderer mit Empathie zu erkennen und kreative Lösungen zu entwickeln. Es würde mich daher nicht wundern, wenn mehr Arbeitsplätze gerade in sozial orientierten Berufen entstehen. Wir sollten diesen Wandel nicht aufhalten, sondern ihn so abfedern, dass seine Vorteile allen zugutekommen und niemand den Anschluss verliert.

Teil 1: Freiräume schaffen

Teil 2: „Wer den ausgetretenen Weg verlässt, der wird auch Fehler machen“

Teil 3: „Nur wer auch ins kalte Wasser springt, lernt dazu“

 

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