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Hamburg, 13.03.2017

Teil 2: Mitarbeiter als Triebfedern der Transformation

 

Dr. Dirk Stenkamp: Der promovierte Physiker ist seit dem 1. Januar 2017 Vorstandsvorsitzender der TÜV NORD GROUP. Stenkamp hat überdies seit 2014 eine Gastprofessur an der Shanghai Maritime University inne (Foto: PR)

Inwieweit bringen deutsche Hochschulen in ausreichendem Maß Top Nachwuchskräfte hervor, die eine Transformation von Unternehmen vorantreiben oder über Start-ups digitale Impulse setzen können?

Stenkamp: An den Universitäten und Hochschulen in Deutschland ist viel in Bewegung gekommen, Deutschland ist wieder attraktiv für Forscher und Pioniere. So unterstützen wir als Konzern ein Forschungsprojekt an der ESMT Berlin zu künftigen Anforderungen an die IT-Sicherheit.

Welche Entwicklung wird die TÜV NORD GROUP am meisten prägen?

Stenkamp: Absehbar liefern Sensoren Tag und Nacht aktuelle Daten über den Zustand von Anlagen und Fahrzeugen. Unsere Ingenieure werden vielfach nicht länger Anlagen vor Ort prüfen, sondern fernüberwacht. Dies wird die Arbeit der TÜV stark verändern und bietet große Chancen für uns. So müssen wir künftig auch die vernetzte Technik vor schädlichen Eingriffen durch Menschen schützen, zum Beispiel vor Hacker-Angriffen. Unsere Mobilitätsexperten haben aktuell einen autonom fahrenden Kleinbus sicherheitstechnisch überprüft. Die Fahrzeugbewegungen werden mittels Sensoren und Kamera-Umfeld-Informationen errechnet. Solche Aufgaben werden zunehmen.

Welches sind die größten Triebfedern der Transformation in Ihrem Unternehmen?

Stenkamp: Ganz klar die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die an einer Vielzahl von Innovationsprojekten arbeiten. Wir haben davon zwölf als innovative Leuchtturmprojekte ausgewählt. Wie diese sich stetig weiterentwickeln, können alle im Konzern hautnah im Intranet mitverfolgen. So erfahren die Mitarbeiter Innovation live und in Farbe. Die Reaktionen darauf sind sehr positiv.

Wie „digitalisieren“ Sie Ihre Mitarbeiter?

Stenkamp: Wir versuchen den Mitarbeitenden zu vermitteln, dass die Digitalisierung schon heute zum Job dazugehört. Nur ein Beispiel: Viele unserer Aufzugsprüfungen werden zum Teil schon jetzt digital durchgeführt, Tendenz zunehmend. Wir fördern Ideen und investieren gezielt in unsere Mitarbeiter. In Hamburg haben wir aktuell einen 'Innovation Space' begründet. Und in einer eigens dafür initiierten Digital Academy werden unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die digitale Transformation des Unternehmens individuell integriert.

Welchen digitalen Fußabdruck möchten Sie setzen – welches Digitalprojekt schieben Sie persönlich an?

Stenkamp: Produkte bestehen bereits heute nicht mehr nur aus Plastik oder Metall: Sprechende Puppen, aber auch lebenswichtige Geräte wie Insulinpumpen haben längst verbaute Mikro-Prozessoren und sind vernetzt. Persönliche Daten werden ständig in die Cloud übertragen und können dort von Dritten weiterverwertet werden. All dies muss unter Sicherheitsaspekten betrachtet und ganzheitlich geprüft werden. Wir nennen das Security4safety, zu Deutsch: Ohne IT-Sicherheit keine Produktsicherheit. In vielen Produktgruppen müssen noch gesetzliche Prüfvorschriften entstehen, damit wir sagen können, ein Produkt ist wirklich 'TÜV-geprüft' und sicher.

Teil 1: Die Standards setzen

Teil 2: Mitarbeiter als Triebfedern der Transformation

Teil 3: Digitale Kommunikation ist Topthema

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