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Hamburg, 13.03.2017

Teil 3: Perfekte Dinge

Welches digitale Start­up hat Sie zuletzt am stärksten beeindruckt und warum?

Andreas Sennheiser: Ich finde, Uber ist eines der ganz beeindruckenden Start-ups. Schon allein, weil es von so vielen als eine Art Taxi-Ersatzunternehmen verkannt wird. Dabei ist Uber für mich eigentlich die konsequenteste Umsetzung eines Peer-to-Peer-Netzwerkes für Transportdienstleistungen.

Daniel Sennheiser: Darüber hinaus gibt es auch viele kleinere Start-ups, die einfach smarte Lösungen entwickeln. Ich finde es immer schön, wenn sich Start-ups auf sehr kundenspezifische Themen konzentrieren. Mymuesli ist ein etwas älteres Beispiel für ein solches Unternehmen. Ansätze wie dieser begeistern mich.

Wissen Sie, wie Ihr Unternehmen und Sie persönlich in den sozialen Netzwerken eingeschätzt werden? Wenn ja, wie beeinflussen Sie die Meinungsbildung dort?

Andreas Sennheiser: Ich selbst bin in den sozialen Medien auch aktiv, allerdings als Konsument. Insofern kann ich mir hier eine Meinung bilden. Ich verfolge das ganz intensiv, denn letztendlich ist es so: Das, was die Kunden über uns sagen, definiert uns – nicht das, was wir selbst von uns sagen. Deswegen ist das für mich schon ein sehr wichtiger Gradmesser für den Erfolg unserer Produkte und unserer Kommunikation.

Gibt es Momente im Berufs- und im Privatleben, in denen Sie sich die Abwesenheit digitaler Geräte und Services wünschen?

Andreas Sennheiser: Die gibt es. Die Aufmerksamkeitsspanne wird durch immer neue Benachrichtigungen stark verkürzt. Die Konzentration auf die Anwesenden wird durch Dinge durchbrochen, die von 10.000 Meilen an uns herangetragen werden. Ich denke, dass viele Menschen glücklicher wären, wären sie nicht Getriebene der virtuellen Interaktion.

Wer ist Ihr Vorbild als „Transformer/Digitalisierer“?

Daniel Sennheiser: Es gibt nicht das eine Vorbild im klassischen Sinn. Es gibt aber einige Unternehmen, die sich aus meiner Sicht unglaublich radikal gewandelt haben. Eines dieser Unternehmen ist IBM, das sich mehrfach komplett neu erfunden hat. Ein anderes Unternehmen, das immer wieder eine enorme Transformationskraft aufgebracht hat, ist Siemens. Und schließlich auch wir selbst: Sennheiser hat in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder bahnbrechende Produkte und Technologien entwickelt, die die Audiobranche geprägt haben. Dafür war es zwingend notwendig, dass wir uns selbst infrage stellen und stetig weiterentwickeln.

Andreas Sennheiser: Und dann gibt es natürlich auch jene Unternehmen, die weniger eine Transformation durchgemacht haben, als vielmehr radikal in neue Bereiche vorgedrungen sind. Hierzu gehört beispielsweise Uber: Sie haben erkannt, dass an einer gesamten Industrie unglaublich viele Personen beteiligt sind, die keine Wertschöpfung generieren, sondern lediglich eine vermittelnde Rolle haben. Das Prinzip, nicht-wertschöpfende Mittelsmänner zu umgehen, wird aus meiner Sicht entscheidend für die Zukunft einer Vielzahl von Industrien sein.

 

Teil 1: Perfekte Dinge

Teil 2: Perfekte Dinge

Teil 3: Perfekte Dinge

 

 

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