Hamburg, 13.03.2017

Teil 2: Perfekte Dinge

Dr. Andreas und Daniel Sennheiser: Seit 2013 leiten Daniel Sennheiser und Dr. Andreas Sennheiser das Unternehmen gemeinsam in der dritten Generation

 

Welche digitale Innovation wird Ihr Unternehmen am stärksten verändern?

Andreas Sennheiser: Unsere Vision ist, mit innovativen Produkten die Zukunft der Audiobranche zu gestalten. Dabei ist die Digitalisierung ein wichtiger Faktor. Allerdings geht es weniger um eine spezielle digitale Innovation, sondern vielmehr um einen immer stärker werdenden Trend: Viele Funktionen, die wir heute noch in Hardware realisieren, werden sukzessive in Software realisiert. Es ist die systematische Verschiebung von etwas, das ich in der Hand habe, hin zu etwas, auf das ich einfach nur Zugriff habe.

Welches sind die größten Widerstände gegen die Transformation in Ihrem Unternehmen?

Andreas Sennheiser: Die Themen Transformation und Innovation begleiten uns schon seit Beginn unserer Firmengeschichte vor mehr als 70 Jahren und sind deshalb nicht neu für uns. Die Innovationskraft von Sennheiser ist ein maßgeblicher Grund dafür, dass wir bis heute erfolgreich sind.

Daniel Sennheiser: Die größte Herausforderung im Hinblick auf die Digitalisierung hat mit der Historie dessen zu tun, was wir besonders gut können. Wir sind besonders erfolgreich in Feinmechanik, besonders erfolgreich in Hardware-Entwicklung, besonders erfolgreich in allen Dingen, die man anfassen kann und die schön aussehen. Jetzt gilt es, dieses Wissen zu übertragen, um Dinge zu schaffen, die auch toll aussehen und ein großartiges User-Interface haben – aber eben nicht unbedingt mit einem Knopf, den man anfassen kann, sondern mit einem, den man virtuell bedient.

Wie begegnet Ihr Unternehmen zweifelnden Mitarbeitern, um diese für die Digitalisierung zu befähigen und zu motivieren?

Daniel Sennheiser: Zunächst ist die Befähigung das Wichtigste. Wenn unsere Mitarbeiter das Gefühl haben, die Herausforderungen der Digitalisierung meistern zu können, werden sie den Wandel nicht nur akzeptieren, sondern Chancen in ihm sehen.

Andreas Sennheiser: Zudem ist es auch eine Frage der Kommunikation. Wir müssen unseren Mitarbeitern aufzeigen, wo wir in fünf oder auch zehn Jahren sein wollen. Wenn wir das vermitteln können und unsere Mitarbeiter das Gefühl haben, dabei sein zu wollen, dann machen sie sich auch selbst auf den Weg.

Welchen digitalen Fußabdruck möchten Sie setzen – welches Digitalprojekt schieben Sie persönlich an?

Sennheiser: Wir haben eine große Initiative, die drei verschiedene Bereiche der Digitalisierung zusammenbringt. Bei den drei Bereichen handelt es sich zum einen um den internen Bereich, der prozessorientiert ist und auf Effizienz abzielt. Zum anderen handelt es sich um den Bereich der Produkte und Services. Der dritte Bereich umfasst die gesamte Kommunikation und Interaktion mit unseren Kunden. Im Zusammenspiel dieser Bereiche sehen wir großes Potential. Wir möchten eine Peer-to-Peer Situation schaffen: Alles, was noch in irgendeiner Form zwischen uns und unseren Kunden steht, wollen wir überbrücken.

Wie wichtig sind Wahrnehmung und Bedeutung Ihres Hauses in sozialen Netzwerken?

Daniel Sennheiser: Das ist sehr bedeutend, weil es für uns in jeder Hinsicht ein Multiplikator ist. Uns ist es wichtig, dass wir in sozialen Medien als nahbar und ansprechbar wahrgenommen werden. Gleichzeitig können wir uns dort natürlich auch als Marke präsentieren, die Stars wie Beyoncé oder Adele bei ihren Shows mit exzellentem Audio-Equipment ausstattet. Besonders interessant ist es, immer wieder zu sehen, dass soziale Medien eine starke Eigendynamik haben. Wenn ein Kunde mal eine weniger erfreuliche Erfahrung gemacht hat und diese postet, dann reagieren wiederum andere mit sehr positiven Erfahrungen. Insofern ist die öffentliche Wahrnehmung in sozialen Medien ganz entscheidend.

 

Teil 1: Perfekte Dinge

Teil 2: Perfekte Dinge

Teil 3: Perfekte Dinge

 

 

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