Hamburg, 13.03.2017

Es muss Grenzen geben

 

Andreas Rickmers, Vorstandschef der Agravis Raiffeisen AG, über ehrliche und glaubwürdige Kommunikation im Prozess der Transformation.

Landwirtschaft 4.0: Die Agravis-Tochtergesellschaft Agravis Netfarming entwickelt digitale Lösungen für das Precision Farming (Bild: Niklas Hughes)

Die Agravis Raiffeisen AG ist ein Handels- und Dienstleistungsunternehmen für Agrarerzeugnisse, Tierernährung, Pflanzenbau und Agrartechnik und in den Bereichen Bauservice, Energie und Raiffeisen-Märkte aktiv. Andreas Rickmers trat 2016 in den Vorstand des Unternehmens ein, dessen Vorsitz er Anfang 2017 übernahm. Er erwartet durch die Digitalisierung massive gesellschaftliche Veränderungen. 

DUB UNTERNEHMER-Magazin: In Deutschland werden Produkte peu à peu günstiger, effizienter, besser. Sind wir zu wenig disruptiv für die Zukunft?

Andreas Rickmers: Nein, wir sind nicht zu wenig disruptiv. Ich glaube, dass man das nicht so pauschal beurteilen kann. Der technologische Wandel und die Digitalisierung bieten enorme Potenziale für die Wirtschaft, führen aber auf allen Ebenen zu massiven gesellschaftlichen Veränderungen, die manchem Angst machen. Ich bin sehr dafür, die Menschen in diesem gigantischen Veränderungsprozess mitzunehmen und dabei Schritt für Schritt vorzugehen. Wenn Sie das als deutschen Weg bezeichnen wollen, kann ich dem so zustimmen.

Wie beurteilen Sie steigende IT-Risiken in einer digitalisierten Gesellschaft, etwa durch Betriebsspionage, Hacker-Attacken oder Negativkampagnen?

Rickmers: Die Stichworte, die Sie nennen, sind Wasser auf die Mühlen der Digitalisierungsgegner. Man darf IT-Risiken nicht kleinreden, sollte sich aber davor hüten, sie als „Totschlagargumente“ zu missbrauchen. Hier gilt es, alles dafür zu tun, dass ein Höchstmaß an Sicherheit erreicht wird. Sachlich und transparent über die Chancen und Risiken der Digitalisierung zu informieren, ist in meinen Augen der richtige Weg, um Vorbehalte zu entkräften. Sonst kann eine Diskussion hierüber sehr schnell postfaktische Züge bekommen.

In den USA und Asien werden ohne viele Einschränkungen Benutzerdaten gesammelt und verwertet, in Europa gibt es die „Charta der digitalen Grundrechte“ für Datenschutz und Privatsphäre. Sind wir auf dem Holz- oder dem Königsweg?

Rickmers: Ich finde es gut, wenn sich Menschen parteiübergreifend Gedanken machen, wie Datenschutz und das Recht auf Privatsphäre gewahrt bleiben können. Ich kenne niemanden, der eine schrankenlose Sammelwut von persönlichen Daten unterstützt. Es muss klare Grenzen geben. Aber nur in Extremen zu denken und zu handeln hilft nach meinem Empfinden auch nicht weiter Was ist erforderlich, um die gesamte Gesellschaft an den Vorteilen der Digitalisierung partizipieren zu lassen und niemanden auszuschließen? Rickmers: Ehrlich und glaubwürdig informieren und kommunizieren; deutlich machen, was jeder Einzelne davon hat; die Risiken nicht verschweigen – das wäre für mich mal eine solide Ausgangsbasis. Digitalisierung ist ein großes Feld und für viele heute noch nicht wirklich greifbar.

Teil 1: Es muss Grenzen geben

Teil 2: Es muss Grenzen geben

Teil 3: Es muss Grenzen geben

 

 

Das interessiert andere Leser

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick
Das interessiert andere Leser