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Nachfolge strategisch planen

Dr. Ulrich Möhrle

Unternehmer sollten die rechtlichen und steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten einer Firmenübergabe frühzeitig ausloten. Familieninterne Aspekte spielen eine große Rolle.

Für viele Unternehmer stellt die Nachlassplanung ein Tabuthema dar. Dabei besteht ein emotionaler Widerwillen, sich mit den Folgen des eigenen Ablebens auseinanderzusetzen. Zum einen bereitet es Schwierigkeiten, die eigenen Kinder auf die Unternehmernachfolgefähigkeit hin richtig zu beurteilen, zum anderen besteht eine Scheu davor, die Kinder, die nicht Unternehmensnachfolger werden, in der Erbberechtigung zu beschränken. Diese Zurückhaltung in eigenen Angelegenheiten beruht häufig auch auf der Komplexität der Planung der eigenen Vermögens- und Unternehmensnachfolge. Die Nachlassplanung bedeutet nämlich nicht nur die Auseinandersetzung mit dem eigenen Vermögen und dessen Struktur, sondern auch mit den Interessen der beteiligten Personen und deren Eigenarten.
Dabei spielen gerade auch die familieninternen Aspekte eine gewichtige Rolle, die anderen Regeln als den unternehmerischen Gesetzmäßigkeiten unterliegen. In diesem Zusammenhang geht es darum, Entscheidungen auf den Gebieten des Gesellschaftsrechts, Erbrechts und Familienrechts zu treffen. Und schließlich sind gerade auch die sich ständig im Wandel befindlichen steuerlichen Gestal-tungsüberlegungen zu berücksichtigen.


Krönung des Berufslebens

Um die Unternehmensnachfolge als Krönung des beruflichen Lebenswerkes erfolgreich um-zusetzen, sollten Regelungen gefunden werden, die einen Streit innerhalb der Familie, der sich erfahrungsgemäß auch auf das Unternehmen überträgt, zu verhindern. Nicht selten kann sich ein Familienstreit existenzgefährdend auf das Unternehmen auswirken, z.B. dann, wenn nicht genügend Liquidität für Steuerzahlungszwecke oder aber zur Abfindung von Pflichtteils-ansprüchen zur Verfügung steht.

Um eine größtmögliche Rechtssicherheit zu schaffen, ist dringend anzuraten, sich rechtzeitig mit der Nachfolge zu befassen und insbesondere auch die beteiligten Personen in den Prozess mit einzubeziehen. Nur durch eine frühzeitige und aktive Gestaltung der Unternehmens- und Vermögensnachfolge können auch steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten optimal genutzt werden.


Spezialisten hinzuziehen

Wichtig ist schließlich, dass bestehende Regelungen jährlich überprüft werden, um diese an gegebenenfalls geänderte Lebenssituationen anzupassen.
Die Praxis zeigt, dass einmal ge-troffene Entscheidungen sehr schnell überholt sein können und damit der gewünschte Willen des Unternehmers nicht umgesetzt werden kann. Vor diesem Hintergrund sollte sich der Un-ternehmer auch mit der ihm fremden Materien vertraut machen und einen Spezialisten hinzu-ziehen, um eine auf ihn und seine Familie maßgeschneidert zugeschnittene Lösung zu finden und rechtlich abzusichern.


Zum Autor

Dr. Ulrich Möhrle ist Partner, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht und Steuerberater bei MDS Möhrle & Partner

Sie erreichen Dr. Ulrich Möhrle per E-Mail unter u.moehrle@mds-moehrle.de

 

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