Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

Hamburg, 06.04.2017

Der Scale up Summit in Berlin am 10. Mai 2017

 

DUB UNTERNEHMER-Magazin ist Medienpartner des Summit mit Verne Harnish. Als Gastredner werden außerdem Professor Dr. Hermann Simon, Autor von „Hidden Champions“ und „Preisheiten“, David Rendall, Autor von Freak Factor, und Greg Brenneman, ehemaliger CEO von Continental Airlines, Burger King und PWC Consulting, erwartet. DUB UNTERNEHMER-Magazin stellt zwei Freikarten zur Verfügung: Sie gehen an die ersten beiden Absender einer E-Mail an redaktion@dub.de mit dem Betreff „Scale-up“. Wer keine Freikarte mehr bekommen hat, kann sich einen 25-Prozent-Rabatt sichern: einfach mit dem Aktionscode SUPS17DUB direkt unter scaleup.de/scaleup-summit-berlin-2017/ anmelden – solange der Vorrat reicht!

 

Interview Teil 2

Kann jede Firma skalieren, also zum Scale-up-Unternehmen werden?

Harnish: Vier Dinge im Unternehmen müssen stimmen, damit es skalieren kann: Die Menschen, das Geld, die Strategie und die Prozesse. Alle sind gleich wichtig, wie bei einem Tisch – wenn da ein Bein fehlt, kippt der um. Der amerikanische Investor Bill Gross hat herausgefunden, dass es noch eine fünfte Sache gibt, die stimmen muss, und die sogar noch wichtiger ist als die genannten vier: Das Timing. Der Zeitpunkt, um an den Markt zu gehen, muss einfach stimmen. Kimbal Musk, der Bruder von Tesla-Gründer Elon Musk, setzt auf Ernährung, er sagt: „Food ist das neue Internet“. Tatsächlich ist das weltweite Geschäft mit Ernährung zehnmal größer als das Internetgeschäft, und es stimmt: Immer mehr Menschen setzen auf gesunde Ernährung. Andere sagen, wir haben jetzt das Zeitalter der künstlichen Intelligenz, und das Fintech-Zeitalter wurde ebenfalls ausgerufen. Was ich sagen will: Wer in einer Branche skalieren will, die ohnehin wächst, hat es ungleich leichter.

Da ist sicher auch eine Portion Glück mit im Spiel, oder?

Harnish: Kann sein. Die meisten großen Unternehmen hatten eher weniger Glück, aber sie haben so lange überlebt, bis ihr Zeitpunkt gekommen war. Dafür brauchten sie genug Geld. Dell zum Beispiel hat darauf gewartet, dass der PC vom mobilen Endgerät abgelöst wurde, mit Erfolg. Viele Unternehmer denken, sie müssen ihr Angebot auf den Markt abstimmen und vielleicht ändern. Dabei müssen sie lediglich überleben, bis ihre Zeit gekommen ist.

Menschen, Geld, Strategie, Prozesse – welches ist der schwierigste Part des Skalierens?

Harnish: Der kritischste Teil sind auf jeden Fall Menschen. Mit den richtigen Leuten funktioniert alles ganz einfach, mit den falschen Leuten ist das Geschäft schwergängig. Dabei meine ich nicht nur Mitarbeiter, auch alle anderen Stakeholder, Investoren, Medien, einflussreiche Leute. Und mit den richtigen Leuten ist es auch viel einfacher, seine Strategie zu ändern. Und das Kapital darf natürlich nicht fehlen. Um die Kunden an das Geschäft zu binden, sollten Unternehmer überlegen, ihr Unternehmen mit deren Geldern zu finanzieren. Wie das geht, beschreibt John Mullins in seinem Buch: „The Customer-Funded Business“, das ich allen Lesern ans Herz legen möchte!

Was ist die größte Falle beim Skalieren? In welchem Bereich überschätzen sich Unternehmer am häufigsten?

Harnish: Es gibt drei Dinge, die zu Hindernissen werden können. Wenn die Führung nicht mit dem Unternehmen mitwächst, wenn die Infrastruktur an ihre Grenzen stößt und wenn das Marketing nicht stimmt. Das Marketing halte ich für am wichtigsten, nicht nur gegenüber Kunden, sondern auch gegenüber Investoren, Medien, Mitinhabern oder jungen Talenten. Außerdem sollten sich Unternehmen auf eine Sache fokussieren, die sie am besten beherrschen. Viele Entrepreneure denken, sie könnten auch zwei Felder am besten beherrschen oder brauchen mehrere Standbeine, aber das ist ein Irrglaube. Die Differenzierung muss geographisch sein, nicht bei den Produkten. Die Champions auf ihrem Gebiet sind Erste in 41 verschiedenen Ländern, und zwar auf einem Gebiet. Die Strategie muss sein: zuerst den Markt in der näheren Umgebung beherrschen, dann den Weltmarkt.

 

Verne Harnish Teil 1

Verne Harnish Teil 3

Nach oben

Das interessiert andere Leser

  • Herausforderung Reporting

    Flexibler, schneller, transparenter – das Berichtswesen leistet heute mehr denn je einen wichtigen Beitrag zur Unternehmenssteuerung. Dazu bedarf es zuverlässiger Daten.

  • Wenn die Auslandsexpansion scheitert

    Wal-Mart zieht sich aus Deutschland zurück, Thyssen-Krupp kehrt Brasilien den Rücken und MyParfum macht eine Bruchlandung in den USA. Woran Auslandsgeschäfte scheitern – und warum manchmal Bescheidenheit ...

  • Chefs auf Zeit

    Die meisten Aufträge erreichen sie aus der Automobilbranche sowie vom Maschinen- und Anlagenbau. Auf Interim-Manager greifen immer mehr Unternehmen zurück. Dennoch gibt es weiterhin Skeptiker.

  • Runter vom Sockel

    Mehr und mehr Führungskräfte von Unternehmen warten nicht mehr, bis die Mitarbeiter kommen, sondern gehen direkt zu ihnen. Aber zu viel Nähe der Chefs ist riskant

  • Automatisch unter Kontrolle

    Die Automatisierung interner Kontrollen kann die Effizienz und Effektivität von Überwachungssystemen entscheidend erhöhen. In der Praxis wird dieses Potenzial selten genutzt.

  • Verstecken nützt nichts

    Viele Unternehmer haben die Umstellung des Zahlungsverkehrs auf die einheitlichen europäischen Formate noch nicht in Angriff genommen. Dabei wird es höchste Zeit.

  • Nachhaltig erfolgreich

    Lange bestimmten kurzfristige Renditeziele die Strategie vieler Unternehmen. Aus der Langzeitperspektive sind jedoch ökologische und soziale Aspekte von erheblicher Bedeutung.

  • Der Beirat in der GmbH

    Was bei der Einrichtung eines GmbH-Beirats zu beachten ist.

  • Sinnvolle Effizienzprüfung

    Eine Evaluierung im Aufsichtsrat bietet dem Gremium die Chance zu einer nachhaltigen Optimierung von Prozessen und einem „Mind Change“ in seiner Arbeit.

  • Der Wettlauf um Innovationen

    Wie Unternehmen auf Ideenjagd gehen. Firmen entdecken das Risikokapital wieder. Vor allem das Internet bietet attraktive Geschäftsmodelle.

  • Wertesystem für Unternehmen

    Mit einem Compliance-Management schaffen Unternehmen ihr eigenes Wertesystem. So sichern sie sich gegen Risiken ab, fördern ihr Image und können Wettbewerbsvorteile erlangen.

  • Für gesunde Unternehmen

    Für Unternehmer stellt die betriebliche Krankenversicherung ein wirksames Instrument des Personalmanagements dar, Mitarbeiter profitieren vom Zusatzschutz. So gewinnen beide Seiten.

  • Versiegt der Kreditfluss der Banken, bedienen sich Mittelständler alternativer Quellen.
    Die Basis verbreitern

    Versiegt der Kreditfluss der Banken, bedienen sich Mittelständler alternativer Quellen. Wie sich Private Equity engagiert und eignet.

  • Gewinn durch sanften Rückzug

    Wie trennt man Geschäftsführungs- und Gesellschafterfunktion? Wie sichert man die langfristige Verbindung zu den Altgesellschaftern? Das sind typische Fragen einer jeden Nachfolgeregelung. Ein Erfolgsbeispiel.

  • Nachhaltig in Bewegung

    Die Rechnungslegung international tätiger Unternehmen ist überaus anspruchsvoll. Wie die Automobilbranche beweist, leisten professionelle Wirtschaftsprüfer wertvolle Hilfe.

  • Vom Manager zum Unternehmer

    In vielen deutschen mittelständischen Gesellschaften zeichnet sich ein Nachfolgenotstand ab. Das bietet jungen Führungskräften die Chance auf eine Karriere als Unternehmer. Qualifizierte Berater können sie ...

  • Schneller bei sinkenden Kosten

    Die Anforderungen an eine moderne Finanzfunktion wachsen kontinuierlich und werfen bei Unternehmen die Frage auf: Wie gut ist meine Finanzbuchhaltung aufgestellt?

  • Wachstum durch Zukauf

    Für Unternehmen ist es schwierig, organisch zu wachsen. Über eine Akquisition lassen sich dagegen schnell neue Märkte erobern – wenn die Nachintegration gelingt. Ein Fallbeispiel.

  • Geregelte Unternehmensführung

    Compliance beschreibt die Einhaltung von Gesetzen, regulatorischen Anforderungen sowie internen Vorgaben und freiwilligen Selbstverpflichtungen. Diese Regeltreue verschafft Vorteile bei Preisverhandlungen im ...

  • Pensionen beim Unternehmenskauf

    Beim Unternehmenskauf oder -verkauf mindern ungedeckte Pensionsverpflichtungen üblicherweise den Wert. Die Höhe des abzuziehenden Betrages ist jedoch nicht eindeutig.

  • Betriebliche Altersvorsorge – Vorteile für Unternehmer

    Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist für Arbeitgeber nicht nur Pflicht, sondern bringt auch viele Vorteile mit sich. Welche Kombinationsmöglichkeiten und Branchenkonzepte Unternehmer außerdem nutzen ...

  • Sinnvolle Weichenstellung

    Der Kodex für Familienunternehmen ist die Basis für ein erfolgreiches Miteinander der Gesellschafter – auch beim teilweisen Börsengang.

  • Michael Oppermann und Andreas Grote
    Ungewisse Zukunft - Earn-Out-Vereinbarungen

    Earn-Out-Vereinbarungen sind je nach Qualifizierung unterschiedlich zu bilanzieren. Vergütung oder bedingte Kaufpreiszahlung?

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick