GmbH Verkauf

Was man beim Verkauf einer GmbH beachten muss

Die GmbH ist eine der häufigsten Rechtsformen in Deutschland. Wenn es zu der Übertragung von Anteilen einer GmbH kommt, gelten andere Gesetze als zum Beispiel bei einer Personengesellschaft. Darauf kommt es an:

  • Die Formalien beim GmbH Verkauf
  • Verkauf eines GmbH Anteils aus dem Privat- oder Betriebsvermögen
  • Die Behandlung von Verlustvorträgen
 

Wenn der Verkauf einer GmbH ansteht, dann treffen häufig Menschen mit völlig unterschiedlichem Wissen aufeinander. Meistens haben beide Seiten noch keine Unternehmenstransaktion abgeschlossen, nur in wenigen Fällen haben einzelne Parteien dies nicht das erste Mal gemacht und haben entsprechend Kenntnisse gesammelt. Unabhängig von dem einzelnen Wissensstand ist es wichtig, bestimmte Grundregeln zu beachten. Diese führen wir im Folgenden aus. Damit darüber hinaus Risiken und Fehler vermieden werden, sollte zudem ein erfahrener Partner oder Berater an Bord geholt werden. 

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Was Sie beim Firmenverkauf beachten sollten

Die Grundlagen

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) zählt zu den Kapitalgesellschaften und hat mindestens einen Gesellschafter, der die Anteile hält. Wenn es mehrere Gesellschafter gibt, können diese jeweils die gleichen oder verschieden großen Anteile am Stammkapital halten. Dadurch ergibt sich die Quote zur Verteilung des Gewinns. Die Gesellschafter können ihre Anteile verkaufen, dadurch können sich verschiedene Gestaltungen ergeben.

Die Formalien beim Verkauf

Der Verkauf einer GmbH ist notariell zu Beurkunden. Betrachtet man die kleinen und mittleren Unternehmen ergeben sich Beurkundungskosten, die sich auf rund 0,4 Prozent des vertraglich vereinbarten Kaufpreises belaufen. Obacht: Auf jeden Fall ist die Satzung und sowie mögliche getrennte Gesellschaftervereinbarungen zu prüfen und berücksichtigen.

Im Fachjargon wird die rechtliche Verkaufsform „Share Deal“ genannt. Bei einem Share Deal gehen alle Rechte und Pflichten der GmbH auf den Unternehmenskäufer über. Die Rechte und Pflichten bleiben dabei in der Gesellschaft, sie werden nicht auf die Käufergesellschaft oder die Privatperson des Käufers übertragen.

In der Folge übernimmt der Käufer mit der Gesellschaft die gesamt Aktiva wie etwa das Warenlager und das Anlagevermögen. Außerdem muss die Gesellschaft weiterhin alle Verbindlichkeiten schultern, die sie etwa gegenüber Banken oder Lieferanten hat. Was der Käufer auch wissen muss: Sämtliche Verträge mit Drittparteien bleiben in Kraft. Ausnahme: Es gibt spezielle Klauseln zum Inhaberwechsel in den Verträgen.

Dieses umfangreiche Geschäft erfordert eine genaue Prüfung. Die sogenannte Due Diligence (Betriebsprüfung) sollte gewissenhaft und genau erfolgen. Die Risikoprüfung des Käufers umschließt die rechtlichen Rahmenbedingungen, wie etwa die Arbeitnehmerverträge, Mietverträge sowie die steuerrechtliche Prüfung. Die Grundregel: Je gewissenhafter und sorgfältiger hier gearbeitet wird, desto geringer das Risiko einer späteren Auseinandersetzung.

Alternativ zum Share Deal kann auch das gesamte oder Teile des Betriebsvermögens gekauft werden (Asset Deal). Hierbei einigen sich die beiden Gesellschaften, dass nur Teile auf den Käufer übergehen. Salopp kann man es auch Rosinenpicken nennen, denn alte Verbindlichkeiten und Risiken verbleiben in der Regel bei dem Altgesellschafter. Allerdings müssen dritte Parteien, vom Arbeitnehmer bis zum Lieferanten und Kunden jeweils dem Übergang ihres Vertrages auf die neue Gesellschaft zustimmen, denn ihre Verträge haben sie ja mit der alten Gesellschaft geschlossen.

Verkauf eines Anteils aus dem Privatvermögen

Wenn einer der Inhaber seinen Anteil im Privatvermögen hält und diesen verkauft, kann ein steuerpflichtiger Gewinn entstehen.

Die zwei Möglichkeiten:

  1. Wenn der Anteil an der GmbH weniger als 1 Prozent beträgt, muss der Gewinn im Rahmen der Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent versteuert werden.

  2. Wenn der Anteil an der GmbH mehr als 1 Prozent beträgt, und der Eigner den Anteil mindestens fünf Jahre besitzt, ist der Gewinn zu versteuern. In diesem Fall gilt das sogenannte Teileinkünfteverfahren. 60 Prozent des Veräußerungsgewinns sind anzusetzen, im Gegenzug auch nur 60 Prozent der Veräußerungskosten anzusetzen. Summa summarum sind 60 Prozent des Veräußerungsgewinns zu versteuern. Zudem gibt es laut Gesetz noch einen Freibetrag von 9060 Euro, der allerdings (anteilig) gekürzt wird, wenn der Gewinn über 36.100 Euro liegt.

Verkauf eines Anteils aus dem Betriebsvermögen

Die 60-Prozent-Regel gilt auch, wenn der Eigentümer seinen GmbH-Anteil in seinem Einzelunternehmen hält, etwa im Rahmen einer Betriebsaufspaltung. Da auch andere Kapitalgesellschaften Anteile an einer GmbH halten können, besteht die Möglichkeit, dass ein GmbH-Anteil im Betriebsvermögen einer anderen GmbH ist. Wenn diese dann den GmbH-Anteil verkauft, ist der Gewinn steuerfrei. Allerdings werden 5 Prozent als nicht abziehbare Betriebsausgaben betrachtet. Damit sind nur 95 Prozent faktisch steuerfrei.

Verlustvorträge

Hat die GmbH Verlustvorträge und wechseln die Gesellschaftsanteile zu mindestens 25 Prozent innerhalb von fünf Jahren, gehen die Verlustvorträge anteilig verloren. Beträgt der Wechsel mehr als 50 Prozent, geht sogar der komplette Verlustvortrag verloren. Dies trifft auch zu, wenn ein Gesellschafter zunächst 15 Prozent verkauft und ein weiterer Gesellschafter zwei Jahre später nochmal 10 Prozent verkauft. Auch laufende Verluste können gekürzt werden.