Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

DUB_Beihefter_Herbst_16

DUB UNTERNEHMER-Magazin 67 Wolfgang Wrzesniok-Roßbach ist Geschäftsführer von Degussa Goldhandel DER 120-TONNEN-MARKT Degussa-Chef Wolfgang Wrzesniok-Roßbach über das Geschäft mit physischem Gold. DUB UNTERNEHMER-Magazin: Die Preise für Gold steigen – schlägt sich das auch in Ihren Geschäftszahlen nieder? Wolfgang Wrzesniok-Roßbach: Eine Daumenregel lau- tet, dass wir Bewegung am Markt immer sofort spüren. Wenn die Goldpreise sinken, kaufen die Menschen nach. Steigen die Preise, greifen die Leute auch zu, nachdem sie vorher Altgold verkauft haben und so Gewinne mitnehmen konnten. Nur in Seitwärtsphasen ist das Geschäft ruhiger. Welche Produkte sind beliebter – Münzen oder Barren? Wrzesniok-Roßbach: Die Barren machen bei uns unge- fähr 70 Prozent des Umsatzes aus, 30 Prozent die Münzen. Eine Unze ist das beliebteste Münzgewicht. Bei den Barren beginnt es bei einer Unze, doch 100 oder 250 Gramm sind die Klassiker. Manche bieten wir übrigens in vier verschie- denen Formen an. Sehr beliebt sind zum Beispiel unsere Combi Barren, die aus 20 oder 50 einzelnen Ein-Gramm- Barren bestehen und Sollbruchstellen haben. Übrigens haben wir Kunden quer durch die Gesellschaft. Machen sich Ihre Kunden Gedanken über die Verwahrung? Wrzesniok-Roßbach: Ja – die absolute Mehrheit nimmt das Gold zwar in Empfang und nach Hause. Bei uns im Schließfach oder in der Verwahrung bleibt nur gut ein Pro- zent. Allerdings sind wir derzeit auch ausgebucht. Und die Tendenz geht seit einigen Jahren verstärkt in Richtung Lagerung in einem bankenunabhängigen Schließfach oder im vollversicherten Degussa-Wertlager. Weltweit sind Gold-Wertpapiere sehr gefragt. Hier auch? Wrzesniok-Roßbach: Deutschland, Österreich und die Schweiz sind physische Goldländer. Allein hierzulande wur- den im vergangenen Jahr 120 Tonnen physisches Gold verkauft. Deutschland ist der drittgrößte Goldmarkt der Welt. Aufgrund dieser großen Nachfrage bieten wir jetzt einen Goldsparplan an. Goldpapiere werden dagegen eher im angelsächsischen Raum und von Profi-Investoren gekauft. George Soros hat sicher Freude an dieser Entwick- lung. Immerhin soll die Investmentlegende be- reits vor einiger Zeit bei Gold zugegriffen haben und profitiert entsprechend von Wertsteigerungen. Allein im ersten Halbjahr des Jahres stieg der Preis des Edel- metalls um rund 20 Prozent. Wenn es unruhig wird an den Börsen, wählen die Menschen fast schon traditionell Gold – und erhöhen so den Preis. Das gilt für Wertpa- piere, das gilt aber auch für das physische Edelmetall in Form von Münzen oder Barren. Das World Gold Council, so etwas wie die Dachorganisation der Gold- produzenten, hat errechnet, wer die Preise nach oben treibt. Während Industrie und Juweliere vom ersten Quartal des Jahres 2015 bis ins erste Viertel dieses Jah- res weniger nachfragten, explodierte das Interesse der Investoren in diesem Zeitraum geradezu. 1.289,8 Ton- nen Gold wurden gekauft, 122 Prozent mehr als zuvor. Kein Wunder angesichts niedrigst verzinster An- leihen und unsicherer Zukunftsaussichten von Aktien. Soros zum Beispiel soll sich von etlichen Aktien getrennt und dafür Gold gekauft haben. Wer wie der Star-In- vestor denkt, steht vor der Frage: In welcher Form soll Gold gekauft werden – als Aktie, als Exchange Traded Fund, der die Wertentwicklung von Gold nachbildet? Oder eben als physisches Gold? Goldaktien unterliegen dem Marktrisiko, Barren und Münzen müssen sicher verwahrt werden. Am Goldpreis indes hängen alle. DAS WICHTIGSTE IM ÜBERBLICK Gold gilt als sicherer Anlagehafen. 0Mehr unter gold.org Goldbarren: Ob phy- sisch oder in Wert- papieren: Das Edel- metall ist aktuell bei Investoren gefragt Anlegen wie Soros DER GOLDPREIS zog zuletzt kräftig an. Vor allem Investoren fragen derzeit nach. KAPITALANLAGE UNTERNEHMER DENKEN DUB_Beihefter_Herbst_2016_066-067.indd 67 01.09.16 11:49 DUB_Beihefter_Herbst_2016_066-067.indd 6701.09.1611:49

Seitenübersicht