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Viele Unternehmen brauchen in Sachen Nach- haltigkeit längst keinen Nachhilfeunterricht mehr. Sie sind inzwischen vielmehr selbst Tüftler, Trendsetter und in der Lage, Wünsche und Vorgaben von Gesellschaft und Politik schnell und konsequent umzusetzen. BMW zum Beispiel produziert in seinem Werk in Leipzig inzwischen selbst jährlich rund 26 Gigawattstunden Strom mithilfe von Windenergie am Rande seines Werksgeländes. Das entspricht einer Ein- sparung von mehr als 21.000 Tonnen CO2-Emissionen. Deutschlands größter Handelskonzern Metro wiederum nahm bereits Anfang Juli 2008 seine ersten beiden eigenen Blockheizkraftwerke (BHKW) in Be- trieb. Sie produzieren Wärme und Strom für die Me- tro-Großmärkte in Düsseldorf und Berlin-Marienfel- de. Die BHKW wurden in Kooperation mit dem Energieanbieter E.ON errichtet. „Dank der BHKW können wir die Energieversorgung für die beiden Standorte langfristig sichern und zugleich die Kosten beträchtlich senken“, so Olaf Schulze, Geschäftsführer der Metro Properties Energy Management. Mit BHKW ist es Metro gelungen, etwa ein Viertel des Strom- bedarfs der beiden Standorte und den gesamten Wär- mebedarf für Heizung, Klimatisierung und Warm- wasseraufbereitung selbst zu produzieren. Aldi Süd setzt zur Stromerzeugung auf Solar- anlagen auf seinen Filialdächern und ist schon jetzt einer der größten Betreiber von gewerblichen Photo- voltaikanlagen in Deutschland. Aktuell hat die Dis- counterkette gut 850 Filialen mit Sonnenzellen mit einer Gesamtleistung von 95 Megawatt ausgestattet und produziert etwa 35 Millionen Kilowattstunden Solarstrom. „Die Anlagen werden so geplant, dass je nach Standort rund 60 bis 90 Prozent der erzeugten Solarenergie direkt vor Ort verbraucht werden kann“, sagt Christof Hake, Geschäftsführer von Aldi Süd. Zusätzlich will Aldi Süd Elektrotankstellen installie- Nachhaltigkeit gewinnt SELBSTVERSORGUNG Unternehmen setzen auf neue Konzepte, um Energie zu sparen. Damit senken sie die Betriebskosten und punkten bei den Kunden. ren, um so wenig wie möglich vom überschüssigen Solarstrom ins Netz einspeisen zu müssen. Der Eigenverbrauch von Solarenergie ist insbe- sondere für Handelsunternehmen attraktiv. Diese müssen in der Regel hohe Steuern und Abgaben auf eingekauften Strom zahlen und können durch die Ver- wendung von selbst produziertem Strom ihre Energie- kosten reduzieren. „Die Amortisationsdauer derartiger Anlagen liegt im Handel, selbst unter Berücksichtigung der anteiligen Belastung des Eigenverbrauchs mit der EEG-Umlage, je nach Standort unter acht Jahren“, sagt Luc Graré, Senior Vice President Sales and Marketing bei REC, dem Hersteller der Solarmodule. Bei Festnetz und Mobilfunk fallen die Umsätze, deshalb sucht die Deutsche Telekom jetzt neue Ge- schäftsfelder und will künftig BHKW anbieten und vernetzen. Möglichen Kunden und Partnern bietet sie ihr Vertriebsnetz, Mitarbeiter vor Ort sowie die Tech- nik an, um Geräte ans Netz anzuschließen. Die Klein- kraftwerke sollen anspringen, wenn Strom besonders gefragt und damit teuer ist. Strukturwandel: Immer mehr Unter- nehmen erzeugen ihre Energie in Eigenregie GEGENLÄUFIGE TRENDS Weltweiter Zubau von Stromerzeugungskapazität (in Gigawatt) 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 200 160 120 80 40 0 120 87 p konventionell p erneuerbar DUB UNTERNEHMER-Magazin 49 UNTERNEHMER HANDELNENERGIE Quelle:IRENA DUB_Beihefter_Herbst_2016_046-049.indd 49 02.09.16 14:45 2001200320052007200920112013 DUB_Beihefter_Herbst_2016_046-049.indd 4902.09.1614:45

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