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ENERGIE ZUR PERSON HARRIET WIRTH ist Direktorin bei der KfW und leitet die Abteilung Produktmanage- ment Mittel- standsbank Mit Wärme sparen ENERGIEEFFIZIENZ Produktionsanlagen wärmen zwar im Winter die Fertigungshalle, doch sie verschwenden auch Energie. Abwärme zu nutzen oder zu reduzieren birgt deshalb hohe CO2-Einsparpotenziale. KfW-Direktorin Harriet Wirth über neue staatliche Förderangebote. DUB UNTERNEHMER-Magazin: Mollig warme Pro- duktionshallen haben auch etwas für sich. Warum ist es so wichtig, Abwärme zu reduzieren? Harriet Wirth: Abwärme entsteht in der Indus- trie als Nebenprodukt der Prozesswärme und wird häufig ungenutzt an die Umgebung abgegeben. Selbst wenn man sie zu Heizzwecken nutzt, ist Ab- wärmevermeidung noch energieeffizienter. In bei- den Fällen ergeben sich hohe Einsparpotenziale. Mit welchen Maßnahmen kann Abwärme redu- ziert beziehungsweise nutzbar gemacht werden? Wirth: Innerbetrieblich kann Abwärme durch die Umstellung auf energieeffiziente Technologien oder die Isolierung von Anlagen und Leitungen reduziert werden. Eine Nutzung kann durch eine Rückführung in den Produktionsprozess erfolgen. Außerhalb des Betriebs kann Prozesswärme an Dritte weitergegeben werden. Zusätzlich ist eine Verstromung denkbar. Welche Unternehmen profitieren besonders stark vom KfW-Energieeffizienzprogramm Abwärme? Wirth: Grundsätzlich können alle Unternehmen das Förderprogramm nutzen. Mit einem zinsver- billigten Kredit und einem Tilgungszuschuss aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) werden bis zu 40 Prozent der Investitionskosten für die Installation der zusätz- lichen Abwärmevermeidungs- oder -nutzungsmaß- nahmen gefördert. Kleine und mittlere Unterneh- men erhalten einen zusätzlichen Bonus von zehn Prozent auf den Tilgungszuschuss. Warum sollten Unternehmen gerade jetzt am Förderprogramm teilnehmen? Wirth: Aufgrund des niedrigen Effektivzinssat- zes lohnen sich Investitionen zur Vermeidung und Nutzung von Abwärme zurzeit besonders. Durch den Tilgungszuschuss verkürzt sich zudem die Amortisationszeit. Was bedeutet in diesem Zusammenhang das One- Stop-Prinzip? Wirth: Die Kunden können das Abwärmepro- gramm mit anderen KfW-Fördermitteln, etwa dem KfW-Energieeffizienzprogramm – Energieeffizient Bauen und Sanieren, kombinieren, wenn die jewei- ligen Förderbedingungen erfüllt sind. In diesem Fall müssen sie nur einen Kreditantrag stellen. Ein Maschinenbauunternehmen hat ein Konzept zur Abwärmereduzierung erarbeitet. Was sind die nächsten Schritte? Wirth: Verfügt das Unternehmen über ein zer- tifiziertes Energiemanagementsystem, kann es sein Abwärmekonzept selbst erstellen. Anderenfalls zieht es einen Sachverständigen hinzu. Anschlie- ßend folgt das Gespräch mit einem Finanzierungs- partner über den geeigneten Kredit. Wichtig ist, dass dieses Gespräch vor Beginn des Vorhabens stattfindet und auch der Kreditantrag vorher ge- stellt wird. Nach der Zusage der KfW kann das Unternehmen mit dem Vorhaben beginnen. DAS WICHTIGSTE IM ÜBERBLICK KfW und BMWi fördern Investitionen in die Vermeidung oder Nutzung von Abwärme. 0Mehr unter kfw.de/294 44 DUB UNTERNEHMER-Magazin UNTERNEHMER HANDELN DUB_Beihefter_Herbst_2016_044.indd 44 02.09.16 14:43 DUB_Beihefter_Herbst_2016_044.indd 4402.09.1614:43

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