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die Möglichkeit, ein starkes Team aufzubauen, zu wach- sen und ein Unternehmen erfolgreich zu transformieren. Die ersten Monate in Hagen hat Fleck Mitarbeiter, Strukturen und Filialen analysiert. Viele Familien- unternehmen wachsen, ohne ein System zu benötigen: Management by Zufall, was bis zu einer gewissen Grö- ße und Komplexität funktionieren kann. Der Eigen- tümer dominiert den Laden, gibt den Kurs vor. Das mittlere Management kommt mit seinen Ideen nicht durch, Vernetzung findet kaum statt. „Die Produktab- teilung hat verkauft, ohne sich mit der Finanzabteilung bezüglich der Marge auszutauschen“, so Fleck rückbli- ckend über strukturelle Schwächen und schwindende Profite. Viele im Unternehmen schwärmten von der Vergangenheit, aber fast alle hatten Angst vor der Zu- kunft. Es gab keine Vision. KONSEQUENTES UMDENKEN Früher fehlte bei Teilen der Mannschaft von Europart das Selbstvertrauen. Der Lack war ab – im doppelten Sinne: Beispielsweise kreiste in Niederlassungen, die keinen Deckungsbeitrag brachten, der Rotstift, anste- hende Renovierungen blieben aus. Fleck dagegen mo- dernisierte und renovierte Firma und Filialen. Sein Credo: „Je mehr man den Mitarbeitern gibt, desto mehr bekommt man zurück.“ Entsprechend verlangte er von jedem mehr Einsatz. Darüber hinaus brauchte Europart dringend eine neue Firmen-DNA. Klare Leitlinien? Mangelware. „Früher wurde zu 80 Prozent aus dem Bauch entschieden“, so Fleck. „Mittlerweile arbeitet das Unternehmen zu 80 Prozent prozessorientiert“, freut er sich nun über das Umdenken. AUS HAGEN IN DIE WELT Ein wichtiger Meilenstein für den Erfolg war der Auf- bau einer Einkaufsplattform in Schanghai im Jahr 2014. Europart sicherte sich so bessere Konditionen. Oben- drein bekam die Firma einen internationaleren An- strich im Management. „Oxygen for Brain“, nennt Fleck den Prozess, regelmäßig den Austausch zwischen Hagen und China zu suchen. 2015 haben Fleck und seine Mannschaft den Um- bau weitgehend abgeschlossen. „Die Basis für weiteres Wachstum ist gelegt“, so der Stratege. Im Vordergrund steht der generische Ausbau des Produktsortiments und des Filialnetzes. Darüber hinaus kauft man selbst zu – wie zuletzt zwei Wettbewerber in Schweden. Und schließlich investieren die Hagener in die Digitalisie- rung des Unternehmens. So erhofft man sich langfris- tig weiteres margenstarkes E-Commerce-Geschäft. DIE EUROPART-GRUPPE Länder: Vertriebsnetz in 28 Ländern Standorte: über 300 Verkaufshäuser Umsatz 2015: 414 Millionen Euro Mitarbeiter: ca. 1.700 Kerngeschäft: Ersatz- und Zubehörteile für Nutzfahrzeuge aller Klassen, Werkstattbedarf und -ausrüstung Unternehmertreff: Europart-Geschäfts- führer Pierre Fleck (l.) mit dem Heraus- geber des DUB UNTERNEHMER- Magazins Jens de Buhr während der Hausmesse von Europart Für die Zukunft gibt sich Fleck optimistisch. Das Glück ist bekanntlich mit den Tüchtigen. Und der Er- folg. Am Ende des Tages gewinnt sein Team das Truck- Rennen in der Eifel. DAS WICHTIGSTE IM ÜBERBLICK Prozessorientierte Leitlinien, neue Firmen- DNA, Investitionen in Wachstum und Mitarbei- ter sowie eine Einkaufsplattform in Schanghai brachten den Erfolg. Flecks Credo: Je mehr man Mitarbeitern gibt, desto mehr bekommt man zurück. Europart wird mit dem Ausbau von Sortiment und Filialnetz, Stärkung der Eigenmarke sowie zunehmender Digitalisierung nachhaltig wachsen. 0Mehr unter europart.net/de DUB UNTERNEHMER-Magazin 43 UNTERNEHMER HANDELN DUB_Beihefter_Herbst_2016_042-043.indd 43 01.09.16 15:38 DUB_Beihefter_Herbst_2016_042-043.indd 4301.09.1615:38

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