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Jens de Buhr: Der Geschäftsführer der JDB MEDIA GmbH und Herausgeber des DUB UNTERNEHMER- Magazins kommentiert Chancen und Risiken des digtalen Wandels Selbstfahrende Autos, intelligente, vernetzte Geräte und Maschinen: Das Internet der Dinge bietet gigantische Chancen für die Wirtschaft und birgt gleichzeitig große Risiken. Teile der Gesellschaft befürchten, abgehängt zu werden. „Wir wünschen allen Reichen gute Besserung“, sagt eine Endvierzigerin zu ihrer etwas jüngeren Freundin. Einen solch paradoxen Satz hörte ich kürzlich auf einer Bahn- fahrt. Die beiden Damen hatten es sich bequem gemacht und großzügig vier Plätze belegt. Der Zug war überfüllt – ich bat die Frauen, einen Platz frei zu machen. Sie verneinten – einmal, zweimal. Erst als sich mein Ton verschärfte, nahmen sie murrend ihre Taschen und Füße von den Sitzen. So wurde ich Zeuge eines zwei- einhalbstündigen Dialogs zweier vom Leben enttäusch- ter Menschen, die sich die gesamte Zugfahrt darüber unterhielten, wie unsozial die Welt im Allgemeinen und ihre Welt im Besonderen sei. Und wie sehr ihnen Neu- erungen und Wandel Angst machen. „Wir freuen uns auf die nächste Bundestagswahl“, lautete ihr Fazit. Es klang wie eine Drohung. Die Botschaft: Unterschätzt uns nicht. Wir werden immer mehr und kennen unsere Stärke in der Demokratie. Die Welt verändert sich immer schneller. Das Internet der Dinge wird unser Leben revolutionieren – wenn schon bald selbstfahrende Autos das Straßenbild prä- gen, Maschinen intelligent miteinander vernetzt sind. 15 CEOs sehen in unserer Titelgeschichte für die Zukunft gigantische Chancen. McKinsey schätzt den weltweiten wirtschaftlichen Mehrwert der zweiten Digitalisierungs- welle auf bis zu elf Billionen Dollar im Jahr 2025. Dies entspräche dann rund elf Prozent der globalen Wirt- schaftsleistung. Profitieren werden davon vor allem junge, digital denkende und gut ausgebildete Menschen. DEN MENSCHEN MITNEHMEN Ältere gehen einer ungewissen Zukunft entgegen. Man- che haben Angst – vor multinationalen, übermächtigen Gegnern wie etwa Uber. Ein Angreifer aus dem Netz, der das Taxigewerbe attackiert, ohne selbst ein einziges Fahrzeug zu besitzen. „Ich muss jeden Tag drei, vier Stunden länger arbeiten; schuld daran ist Uber“, berich- tet mir Martin Shaw, Taxifahrer in London am Tag des Votums. Der 68-Jährige hat für den Brexit gestimmt. Er ist frustriert und sieht für seine Zukunft schwarz. Viele vermeintliche Verlierer in Großbritannien setzten auf Rechtspopulisten, die alles und mehr versprechen. Keine Frage, wenn wir die Chancen der Zukunft nutzen wollen, müssen wir den Wandel gestalten. Ganze Bran- chen werden womöglich von der Bildfläche verschwin- den. Wir stehen vor einem gigantischen Umbruch mit enormen gesellschaftlichen Spannungen. Zu den nachdenklichen Visionären gehört Jens Baas, CEO der Techniker Krankenkasse. Für ihn sind Modernisierungs- verlierer Sprengstoff für die Gesellschaft. Er fordert: „Wir müssen Antworten für Menschen finden, die den Weg nicht mitgehen können oder wollen. Niemand darf sich abgehängt fühlen.“ Darin, so Baas, läge die politi- sche Herausforderung. Recht hat er! „SPRENGSTOFF FÜR DIE GESELLSCHAFT“ Digitale Zukunft: Nicht alle blicken optimistisch auf den Wandel der Welt 32 DUB UNTERNEHMER-Magazin UNTERNEHMER HANDELNKOMMENTAR DUB_Beihefter_Herbst_2016_008-032.indd 32 02.09.16 14:42 DUB_Beihefter_Herbst_2016_008-032.indd 3202.09.1614:42

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