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schen Menschen besteht aus viel mehr als dem gesprochenen Wort. Setzt die Bundesregierung mit der „Digitalen Stra- tegie 2025“ die richtigen Rahmenbedingungen? Boekhout: Ich denke schon, dass die Politik die Zeichen des digitalen Zeitalters erkannt hat und weiß, dass sie die Weichen jetzt stellen muss, damit Deutschland als Standort im internationalen Ver- gleich nicht den Anschluss verliert. Die Strategie der Bundesregierung enthält einige wichtige Punkte, beispielsweise den Breitbandausbau schneller und flächendeckender voranzutreiben. Doch gerade beim Banking halten die rechtlichen Rahmenbedingungen mit der fortschreitenden Digitalisierung noch nicht Schritt. So sind für viele Bankgeschäfte immer noch papierhafte Dokumente und Unterschrift notwendig. Wie wird sich die Bankenbranche verändern? Boekhout: Die Konsolidierung wird fortschreiten. Wir werden künftig weniger Banken und Sparkassen haben als heute. Die Digitalisierung bietet dabei die Chance, noch effizienter bei internen Prozessen und Strukturen zu werden sowie das Banking für die Kunden noch komfortabler zu machen. Nur wer dies schafft, wird im Wettbewerb weiterhin bestehen. Braucht der Wandel auch veränderte Unterneh- menskulturen? Beispielsweise eine spezielle Feh- lerkultur? Boekhout: Wir haben uns schon immer verän- dert, begonnen als Briefbank, über die Telefonbank, das Online-Banking und nun hin zur Digitalbank. Veränderungen sind also Teil unserer DNA. Was sich geändert hat, ist die Geschwindigkeit, in der sich der Wandel vollzieht. Wir wissen nicht immer, was kommt. Aber wir wissen, es kommt schnell. Und dem müssen wir gerecht werden können – auch wenn das heißt, dass wir die halbe Bank umbauen. Ob es eine neue Fehlerkultur bei uns braucht, bin ich mir nicht sicher. Schon heute probieren wir un- ter Einbeziehung von Kundenfeedback neue Dinge aus. Allerdings haben wir hier noch Potenzial und können uns weiter verbessern. Wer innovativ sein will, muss auch mal Fehler machen dürfen. Wichtig ist nur, dass man daraus die richtigen Schlüsse zieht. Wie kreiert die ING-DiBa ein Innovationsklima? Boekhout: Im Oktober 2015 haben wir einen eigenen Bereich „Digital Strategy & Innovation“ ein- gerichtet. Die Aufgaben des Innovationsteams sind die Analyse von Trends, die Organisation und För- Kundenzahl: 8,53 Millionen Bilanzsumme: 143,98 Milliarden Euro Kundeneinlagen: 121,13 Milliarden Euro Eigenkapital: 7,2 Milliarden Euro Ergebnis vor Steuern: 1,12 Milliarden Euro Mitarbeiterzahl: 3.749 Geschäftsvolumen: 240,72 Milliarden Euro derung des Austauschs innovationsrelevanter The- men und die Entwicklung von Services und Produkt- ideen. Wir profitieren auch sehr vom Austausch im internationalen ING-Netzwerk sowie von den Er- fahrungswerten aus den anderen Ländern. Dies gilt beispielsweise für das Mobile Banking. Hier sind uns unter anderem Polen und Spanien aufgrund der höheren Akzeptanz seitens der Bankkunden voraus. Darüber hinaus fördert die ING mit dem „Innovati- on Bootcamp“ die Kreativität der Mitarbeiter welt- weit. Diese können ihre Ideen für innovative Ser- vices oder Produkte einreichen. Das Programm beginnt in der Regel mit der Ideen- woche, in der eine erste Vorauswahl stattfindet. Anschließend werden verschiedene Teams gebildet, die gemeinsam ein viermonatiges „Bootcamp“ ab- solvieren. In diesem Zeitraum werden alle Ideen weiter ausgearbeitet und zur Praxisreife gebracht. Während der Finalrunde kämpfen dann die ver- bliebenen Teams schlussendlich um die Finanzie- rung ihrer Idee. Wie bleiben Sie persönlich fit für die Zukunft? Boekhout: Ich bin beruflich viel unterwegs und treffe viele unterschiedliche Menschen – glückli- cherweise nicht nur Banker. Die vielen Gespräche und der offene Austausch mit Menschen aus ver- schiedenen Ländern und Kulturen und mit unter- schiedlichen beruflichen Hintergründen bereichern mich und geben mir immer wieder neue Impulse. Darüber hinaus tausche ich mich natürlich auch regelmäßig mit meinen Vorstandskollegen und un- seren Experten in der Bank über neue Trends und Innovationen aus. Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto? Boekhout: „You only live once – so live and let live.“ ZUR PERSON ROLAND BOEKHOUT Boekhout studierte in Rotterdam und in Fontainebleau in Frankreich Betriebswirt- schaft. Er startete bei Unilever. Seit 1991 arbeitet er für die ING Groep. Im Oktober 2010 übernahm er den Vorstandsvorsitz der ING-DiBa Alle Angaben beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2015 DUB UNTERNEHMER-Magazin 27 UNTERNEHMER HANDELN DUB_Beihefter_Herbst_2016_008-032.indd 27 01.09.16 18:33 DUB_Beihefter_Herbst_2016_008-032.indd 2701.09.1618:33

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