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Berater weltweit: über 12.500 Analysten: mehr als 800 Büros: 116 in 61 Ländern Gegründet: 1926 in Chicago Soziales Engagement: mehr als 800 Projekte seit 2006 Budget für Weiterbildung: rund 500 Millionen Dollar pro Jahr Thinktank: McKinsey Global Institute, gegründet 1990 ZUR PERSON CORNELIUS BAUR Seit 2014 steht der promovierte Betriebswirt an der Spitze von McKinsey Deutschland. Der Münchner gilt als ausgemachter Industriespezia- list und arbeitet bereits seit 1990 für die Unterneh- mensberatung Das klingt sehr anstrengend… Baur: Ist es manchmal auch. Aber es bringt uns nach vorn. Zweitens rekrutieren wir systematisch neue digitale Talente. Im Zusammenspiel mit unse- ren „klassischen“ Strategieberatern erreichen wir so die besten Ergebnisse für unsere Klienten. Wie locken Sie diese digitalen Talente in Ihr Un- ternehmen? Baur: Seit vielen Jahren zählen wir zu den be- liebtesten Arbeitgebern in Deutschland und welt- weit. Wir schaffen ein Umfeld, das persönliche Entwicklung ermöglicht und geradezu erzwingt – das wertschätzen Talente aus allen Fachrichtungen und mit den unterschiedlichsten persönlichen Zie- len. Aus gutem Grund haben so viele Führungs- kräfte in Konzernen, bei Start-ups und NGOs McKin- sey im Lebenslauf stehen. Die Digitalisierung erfasst nicht nur Ihre Klienten, sondern auch das Beratungsgeschäft selbst. Wie gehen Sie damit um? Baur: Die Digitalisierung beschleunigt und ver- einfacht das weniger anspruchsvolle Spektrum der Beratung. Wir disruptieren selbst, wie beraten wird: mit Big-Data-Akquisitionen, Digital Labs und neuen Formaten. Welche Innovation beeindruckt Sie persönlich bis heute am meisten? Baur: Die Meilensteine der Menschheit: das Rad, die Schrift und dann der Buchdruck, Dampfmaschi- ne, Computer, Internet und 3-D-Drucker. Mir per- sönlich hat allerdings das nicht selbstfahrende Auto am meisten Spaß bereitet. Und welche Innovationen haben aus Ihrer Sicht das größte Potenzial, unser Leben nachhaltig zu verändern? Baur: Künstliche Intelligenz und Robotik. Wenn uns Maschinen mit Hirn und Hand besser als heu- te zur Seite stehen können, dann wird das ein- schneidende Veränderungen mit sich bringen für die Art, wie wir arbeiten und zusammenleben. \MEIN TIPP: Erfolg ist alles andere als selbstverständlich. Man muss ihn sich immer wieder verdienen. Schafft die Politik die richtigen Rahmenbedin- gungen, um solche wegweisenden Entwicklungen auch in Deutschland voranzutreiben? Baur: Innovationen müssen von Wirtschaft und Wissenschaft ausgehen, nicht von der Politik. Die Gesellschaft muss den Rahmen so setzen, dass gute Entwicklungen nicht behindert werden. Deutsch- land und Europa insgesamt sind bisweilen restrik- tiver als nötig, zum Beispiel in der Telekommuni- kationsindustrie. Das ist schade, und das müssen wir ändern. Und doch geben besonders im Technologiebereich US-Unternehmen den Ton an. Warum können deut- sche Firmen in der Liga von Apple, Google oder Facebook nicht mitspielen? Baur: Deutschland hat traditionell einen starken industriellen Kern, um den uns viele Volkswirt- schaften beneiden. Innovationen drehen sich bei uns viel stärker um physische Produkte und indus- trielle Themen und werden daher auch stärker von bestehenden Industriekonzernen forciert. Das muss kein Nachteil sein – nicht umsonst spielen deutsche Unternehmen in ihren Branchen seit Jahrzehnten in der Weltspitze mit. Unabhängig davon wäre es natürlich wichtig, wenn hiesige Start-ups öfter und schneller den Sprung über die Größenschwelle schafften. Das ist nach unseren Analysen keine Frage der Technologie, eher eine des Marktzugangs, des Zugangs zu Kapital – und des pragmatischen Ansatzes und des unternehmerischen Mutes. Wie hat der technologische Fortschritt Ihren per- sönlichen Arbeitsalltag verändert? Baur: Ich arbeite heute dank Smartphone, Apps und guter Software viel effizienter. Eine Erinnerung an meine ersten Berufsjahre ist dagegen wie ein Blick ins Museum. Innovationen werden immer ra- scher marktreif. Mitzuhalten wird damit immer anspruchsvoller – für Unternehmen, aber auch für mich persönlich. Alle Angaben: Ende 2015 bzw. Geschäftsjahr 2015 DUB UNTERNEHMER-Magazin 17 UNTERNEHMER HANDELN DUB_Beihefter_Herbst_2016_008-032.indd 17 01.09.16 18:32 DUB_Beihefter_Herbst_2016_008-032.indd 1701.09.1618:32

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