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was die Chancen als auch was die Herausforderun- gen angeht. Beides müssen wir gestalten, wenn wir die Vorteile nutzen wollen, ohne den sozialen Frie- den und auch die materielle und kulturelle Teilhabe zu gefährden. Dafür ist es immens wichtig, mög- lichst viele Menschen auf diesem Weg mitzuneh- men, denn Modernisierungsverlierer sind Spreng- stoff für eine Gesellschaft. Und weil es unrealistisch ist, wirklich alle mitnehmen zu können, kommt es umso mehr darauf an, Antworten für die Menschen zu finden, die den Weg nicht mitgehen können oder wollen. Niemand darf sich abgehängt fühlen. Darin liegt in der Tat eine große politische Herausforde- rung, denn die Rezepte von gestern liefern keine Antworten mehr für morgen. Welcher Player reitet aus Ihrer Sicht am perfek- testen auf der Digitalisierungswelle? Baas: In meinen Augen ist das Alphabet. Alpha- bet hat sein Geschäftsmodell ganz konsequent am Thema Daten ausgerichtet – und dies immer facet- tenreicher. Hier beeindruckt mich unter anderem der Wille, auch mal verrückte Dinge auszuprobie- ren, das Risiko des Scheiterns inklusive. Welche Innovation gilt als die größte in Ihrem Unternehmen? Baas: Die Antwort liegt schon in der Frage: dass wir uns eben klar als ein Unternehmen sehen und nicht das Selbstverständnis einer durch Regulierung geschützten Körperschaft öffentlichen Rechts ha- ben. Das ist längst nicht bei jeder Krankenkasse so. Unsere Versicherten sind unsere Kunden, an deren Bedürfnissen wir uns ausrichten und die zu recht eine exzellente Dienstleistung erwarten. Die Innovation der Zukunft wird in einem völlig ver- änderten Umgang mit Daten bestehen. Und weil es sich bei Gesundheitsdaten um äußerst sensible Daten handelt, ist dabei zweierlei besonders wich- tig: Erstens muss sich alles im Wirkungskreis des deutschen Datenschutzes abspielen, und zweitens muss der Kunde allein Herr seiner Daten sein. Selbst das in vielen Aspekten regulierte Gesund- heitswesen wird durch den digitalen Wandel vor enorme Herausforderungen gestellt. Dr. Jens Baas, Vorstandschef der Techniker Krankenkasse (TK), geht es um Menschen, Datenschutz, aber auch um das trügerische Gefühl der Sicherheit vor disruptiven Angreifern. DUB UNTERNEHMER-Magazin: Die Technologie hat das Leben der Menschen erheblich verändert. Welche Entwicklungen kommen jetzt zum Tragen? Jens Baas: Ganz klar das Internet der Dinge. Die Vernetzung schreitet immer weiter voran, und sie wird zugleich immer umfassender. Das wird sich in der Zukunft noch beschleunigen. Und die Vernet- zung wird auch vor dem Menschen nicht haltma- chen, sei es über Wearables, Smart Clothes oder sogar – heute für viele kaum vorstellbar – Implan- tate und Augmentationen. Die Behandlungen von Krankheiten wie dem Diabetes zeigt heute schon, was die Zukunft bringen wird. Welche Rolle spielen Politik und Gesellschaft bei der Transformation? Baas: Die Entwicklungen, die wir heute sehen und für morgen erwarten, haben disruptiven Cha- rakter. Der Wandel und die Umwälzungen werden umfassender sein als diejenigen, die aus der indus- triellen Revolution resultierten – und zwar, sowohl Zahlende Mitglieder: 7,2 Millionen Beitragsfrei versicherte Angehörige: 2,5 Millionen Firmenkunden: 0,8 Millionen Etat 2016: 30,9 Milliarden Euro Mitarbeiter: knapp 13.600 Geschäftsstellen: 252 bundesweit ZUR PERSON DR. JENS BAAS Jens Baas arbeitete als Chirurg, ging dann zur Beratung Boston Consulting. Seit Januar 2011 ist er im Vorstand der Techniker Krankenkasse, seit Juli 2012 ihr Vorstands- vorsitzender Den Menschen mitnehmen BIG DATA Die digitale Vernetzung wird sich noch beschleunigen, sagt der Vorstandschef der Techniker Krankenkasse, Dr. Jens Baas. Wirtschaft und Gesellschaft brauchen neue Rezepte. Alle Angaben beziehen sich auf 2016 TITELTHEMA 14 DUB UNTERNEHMER-Magazin DUB_Beihefter_Herbst_2016_008-032.indd 14 01.09.16 18:32 DUB_Beihefter_Herbst_2016_008-032.indd 1401.09.1618:32

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