EBIT Multiplikatoren in der Unternehmenswert-Berechnung

EBIT Multiples für klein bis mittelständische Unternehmen

Was ist ihre Firma wert? Ein gängiges Mittel zur überschlägigen Berechnung sind sogenannte EBIT-Multiples oder EBIT-Multiplikatoren, welche den Ergebnismultiplikator je nach Branche und Größe des Unternehmens ausweisen. Banken und Berater ziehen solche Multiples regelmäßig zur Rate, wenn es um einen Verkauf geht.  Die aktuellen DUB KMU Multiples werden regelmäßig von der Deutschen Unternehmerbörse, Partner und der FOM Berlin veröffentlicht.

Zu den DUB Multiples 

Die meisten Tabellen haben aber ein Manko: die dort dargestellten EBIT-Faktoren beziehen sich auf börsennotierte Unternehmen, welche mit dem Marktpreisumfeld des in Deutschland zahlenmäßig am wichtigsten Segmentes der KMU’s (kleine und mittelständische Unternehmen) im Wertebereich zwischen EUR 1 und 10 Mio. kaum etwas zu tun haben und tendenziell deutlich höher liegen als für KMU’s. Daraus resultieren oftmals gravierende Fehleinschätzungen von Inhabern mit teilweise schwerwiegenden Folgen.

Multiplikatoren zur Ermittlung des Unternehmenswerts

Für jeden Branchenbereich sind jeweilige Preisspannen (Min./Max.) angegeben, d. h. die Mehrzahl der in der jeweiligen Branche tätigen Unternehmen liegen in dem jeweils ausgewiesenen Bereich. Trotzdem kann es in begründeten Einzelfällen auch zu Preisen außerhalb des angegebenen Bereiches kommen. Bei der eigenen Einschätzung des passenden Multiples sollten Sie sie Besonderheiten des Unternehmens beachten, wie z. B.: Inhaberabhängigkeit im Wettbewerbsvergleich, einzelne Kundenabhängigkeit bzw. -unabhängigkeit, Nutzbarkeit besonderer Alleinstellungs- und Differenzierungsmerkmale im Wettbewerb, Wachstumspotential im Vergleich zum Wettbewerb.

Der Unternehmenswert ist nicht mit dem Wert des Eigenkapitals gleichzusetzen. Um das Eigenkapital zu errechnen, sind vom Unternehmenswert die zinstragenden Verbindlichkeiten abzuziehen. Diese müssen ja dem Darlehensgeber zurückzuzahlen oder zu übernehmen. Barmittel, die nicht betriebsnotwendig sind, können hingegen an die Gesellschafter ausgeschüttet werden. Der verbleibende Teil steht den Gesellschaftern als Eigenkapital zu.

Bestimmung und Bereinigung des EBIT

Bei Ermittlung des Unternehmenswertes anhand der Multiplikator-Tabelle ist der nachhaltig zu erwirtschaftende EBIT (Earnings Before Interest and Tax = Gewinn vor Zinsen und Steuern) in der Zukunft anzusetzen. Die erwirtschafteten Gewinne der Vergangenheit können in diesem Zusammenhang lediglich zur Plausibilisierung der künftig zu erwartenden Gewinne dienen, begründen für sich aber noch nicht den Unternehmenswert.

Ebenso ist das nachhaltige EBIT um sog. Inhaberspezifika zu bereinigen. Dieses ist häufig gegeben, wenn Familienmitglieder zu markt-unüblichen Konditionen im Unternehmen arbeiten. Wird der private Fuhrpark über das Unternehmen abgerechnet oder ist der Mietzins, der für die genutzte Immobilie an die Besitzgesellschaft gezahlt wird, marktüblich? Zum Beispiel muss bei der Zahlung eines deutlich über Markt liegenden Gehaltes an den geschäftsführenden Gesellschafter die Differenz zu dem Marktgehalt dem EBIT noch zugeschlagen werden. Ein typisches Maß für angestellte Geschäftsführer von KMU’s liegt oft zwischen EUR 80.000 und 120.000, je nach Größe und Ertragskraft des Unternehmens.

Bei der Ermittlung des bereinigten EBIT ist abschließend vor allem darauf zu achten, dass bei Betrachtung einer Personengesellschaft (z.B. GbR, GmbH & Co. KG, etc.) die Arbeitsleistung und das Gehalt des tätigen Inhabers kostenmäßig nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt wird. Um hier eine Vergleichbarkeit mit einer Kapitalgesellschaft (GmbH, AG, etc.) herzustellen, ist vor Anwendung des EBIT-Multiples bei einer Personengesellschaft immer der in der G+V ausgewiesene EBIT noch um ein Geschäftsführergehalt zu reduzieren, da alleine dies systematisch sonst zu einem überhöhten Unternehmenswert führt.

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