Das Portal für Unternehmer, Gründer und Investoren
 

Hamburg, 12.05.2017

"Absicherung für den Ernstfall"

Wenn der Chef schwer erkrankt, kann die Existenz des Unternehmens in Gefahr geraten. Eine Dread-Disease-Versicherung hilft, finanzielle Lücken zu stopfen. Experte Dominik Stadelbauer von der Nürnberger Versicherung erklärt, worauf bei den Policen zu achten ist – und welche Steuervorteile sie haben.

Balanceakt: Fällt der Chef aus, kann die Firma in Not geraten (Foto: iStock.com/erhui1979)

DUB: Herr Stadelbauer, was decken Dread-Disease-Versicherungen überhaupt ab? 

Dominik Stadelbauer: Dread Disease heißt übersetzt schwere oder gefürchtete Erkrankungen. Aus der Police wird ein Einmalkapital ausgezahlt, wenn eine versicherte schwere Erkrankung vom Arzt diagnostiziert wird. 

DUB: Um welche Krankheiten handelt es sich konkret?

Stadelbauer: Die vier häufigsten sind: Herzinfarkt, Multiple Sklerose, Krebs und Schlaganfälle. Sie machen 90 Prozent der schweren Erkrankungen aus. Insgesamt sind 50 Krankheiten und Leistungsauslöser versichert, beispielsweise auch schwere Verbrennungen. 

DUB: Wonach richtet sich die Versicherungssumme, die bei einer solchen Diagnose ausgezahlt wird? Gibt es individuelle Vereinbarungen?

Stadelbauer: Genau. Die Versicherer bieten einen Katalog versicherter Krankheiten, der mit einer bestimmten Kapitalsumme versichert werden kann. Das ist natürlich abhängig vom individuellen Geldbeutel, aber auch vom Bedarf. Bei Privatpersonen sind Summen von 150.000 bis 250.000 Euro üblich. Unternehmer versichern durchaus auch zwei bis drei Millionen Euro.

DUB: Wie lange versichern sich Unternehmer in der Regel?

Stadelbauer: Üblicherweise bis Mitte 60 oder Anfang 70. Aber die Bandbreite ist sehr groß. Gerade im Mittelstand arbeiten Geschäftsführer bis weit über die 70 hinaus oder sogar „open end“, weil noch kein Nachfolger gefunden wurde oder der eigene Nachwuchs aus Sicht des Unternehmers noch nicht so weit ist. Auch das Alter, in dem solche Policen abgeschlossen werden, ist oft viel höher als etwa bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Bei Dread-Disease-Policen sind die Kunden eher Mitte 40, bei einer BU zwischen 20 und 40 Jahre. 

DUB: Wie läuft die Gesundheitsprüfung ab?

Stadelbauer: Sie unterscheidet sich nicht wesentlich von dem Check bei einer Berufsunfähigkeit. Wie umfangreich sie ausfällt, ist abhängig von der Versicherungssumme: Bis 250.000 Euro werden Fragen gestellt, um die Vorerkrankungen zu prüfen, also die sogenannte Anamnese. Beispielsweise: Gab es in den vergangenen fünf Jahren einen Herzinfarkt bei Ihnen? Es geht dabei weniger um die familiären Risiken, sondern um die eigene Krankheitsgeschichte. Bei höheren Summen führt der Arzt einen Gesundheitscheck durch. Ist der Blutdruck ok? Ist der Patient medikamentös richtig eingestellt? 

DUB: Dread-Disease-Versicherungen gelten als relativ teuer. Wovon ist die höhe des Beitrags abhängig? 

Stadelbauer: Ja, es sind durchaus kostspielige Produkte, weil die Wahrscheinlichkeit, von einer solchen schweren Erkrankung betroffen zu sein, relativ hoch ist – vor allem mit zunehmenden Alter. Hinzu kommt: Die Versicherung muss nicht mit dem Rentenbeginn enden. Das sogenannte Endalter ist neben der Versicherungssumme ein großer Kostentreiber. 

DUB: Was heißt das genau? Können Sie ein Beispiel nennen?

Stadelbauer: Gern. Ein 35-jähriger Geschäftsführer, der sich bis 67 versichert, müsste für eine Absicherung von 250.000 Euro etwa 170 Euro netto im Monat zahlen. Wenn der Geschäftsführer sich bis zum Alter von 70 Jahren versichern lassen möchte, läge der Beitrag bei knapp 200 Euro.

Zum zweiten Teil des Interviews

Nach oben

Das interessiert andere Leser

  • Event-Tipp: Unternehmensnachfolge in der Bio-Branche

    Im Rahmen der BIOFACH 2018 in Nürnberg wird am 14. Februar 2018 referriert und diskutiert - Wie sieht die optimale Planung der Nachfolge für einen Biobetrieb aus? Hier erfahren Sie mehr.

  • Master Franchise International

    Lesen Sie hier mehr über internationales Franchising und die Vergabe von Masterlizenzen.

  • Franchise Expo18 Logo
    Save the date - Franchise Expo18 im September in Frankfurt

    Die Franchise Expo18 bringt vom 27. bis zum 29.09.2018 über 100 internationale Aussteller auf das Messegelände in Frankfurt und bietet Informationsmöglichkeiten und spannende Workshops rund um Franchising.

  • Franchisegründungen und Beteiligungskapital

    Worin unterscheiden sich Business Angels und Venture Capital? In welcher Phase ist welche Art von Beteiligungskapital die richtige? Und was passiert beim Exit? Ein Experte klärt auf.

  • Gemeinsam wachsen

    Nicht nur in der Gastronomie expandieren Unternehmen mithilfe von Franchisenehmern. Auch im Handel, im Handwerk und im Dienstleistungsbereich ist diese Vertriebsform weit verbreitet.

  • Ziele und Sorgen der nächsten Unternehmergeneration

    Gestalten statt verwalten: Die nächste Generation der Unternehmer will nicht nur das Erbe fortführen, sondern die Digitalisierung vorantreiben, zeigt eine aktuelle Umfrage.

  • Forschungsprojekt zur Unternehmensnachfolge

    Bei der Übergabe stehen meist die aktuellen Probleme im Mittelpunkt, Pläne für die Zukunft kommen zu kurz. Ein Forschungsprojekt der Universität Bremen will das mit einer neuartigen Methode ändern.

  • Mama startet durch

    Als Mutter erfolgreich im Job zu sein, ist in Deutschland oft nicht leicht. Die Erfolgsgeschichten zweier Start-up-Gründerinnen zeigen, wie es dennoch geht.

  • Folge-Wirkung

    Wer übernimmt das Unternehmen? Ein Familienmitglied oder doch jemand Externes? Rechtsanwalt Dr. Daniel Mundhenke über eine der entscheidenden Fragen bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger.

  • Familienunternehmen erwärmen sich für einen Einstieg von Private-Equity

    Beteiligungsgesellschaften waren lange ein rotes Tuch für deutsche Familienunternehmen. Nun findet ein Umdenken statt – auch getrieben durch fehlende Optionen.

  • So läuft eine Due Diligence ab

    Steuernachforderungen, hohe Abfindungssumme, verzwickte Kundenbeziehungen: Risiken bei einem Unternehmenskauf gibt es viele. Eine Due Diligence ist deshalb zwingend erforderlich.

  • Beiräte in Franchisesystemen

    Wie wird ein Beirat organisiert? Was sind die Aufgaben und die Arbeitsweise? Und welche positiven und negativen Aspekte gibt es? Erfahren Sie mehr über Beiräte in Franchisesystemen.

  • Starke Motivation

    Das Nahziel von Bobfahrer Thorsten Margis und Rennrodler Julian von Schleinitz (Foto) ist die erfolgreiche Teilnahme bei Olympia 2018. Ihre Fernziele: Mastertitel und Promotion an der Hochschule.

  • Smarter leben

    Neue Technologien machen die eigenen vier Wände intelligent. Arne Sextro, Smart-Home-Experte bei EWE, über Chancen und Möglichkeiten ferngesteuerter Haustechnik.

  • Falsche Vorstellung

    Die Berater von Project Partners sind Spezialisten für die Umsetzung der Blockchain. Wie sich ein Unternehmen der Technologie öffnen kann, erfahren Sie im Interview.

  • Seit 2012 Blockchain-User

    Estland ist digital ganz vorn dabei. Riina Leminsky, Leiterin der Wirtschaftsförderung Estlands in Deutschland, über erste Anwendungen der Technologie.

  • Bessere Entscheidungen

    Über 600 Millionen Euro an ausgezahlten Krediten – auxmoney ist ein führender Kreditmarktplatz in Kontinentaleuropa. CEO Raffael Johnen über die Digitalisierung des Kreditmarkts.

  • Erfolgsrezept: Loslassen lernen

    Ein pragmatischer Ansatz zur Umsetzung eines Nachfolgeprojektes bei einem Mittelstandsunternehmen in der metallverarbeitenden Industrie.

  • Unternehmensbewertung: Das müssen Sie beachten!

    Unternehmen zu bewerten ist alles andere als trivial. Es kommen verschiedene Methoden infrage. Wie sich ein Preis für ein Unternehmen ermitteln lässt, zeigt unsere Übersicht.

  • 20 Tipps für die Selbstständigkeit

    Befreit von Hierarchien Ideen umzusetzen, ohne sich absprechen zu müssen – das sind nur einige der Vorteile. Doch viele unterschätzen den Aufwand und die neue Verantwortung.

  • Deutsche Unternehmen zögerlich beim Kauf von Startups

    Um im Wettbewerb zu bestehen, brauchen Unternehmen Innovationen. Startups zu übernehmen, ist aber nicht an der Tagesordnung.

  • Das sind die wichtigsten Kommunikationsregeln bei einer M&A Transaktion

    Wenn eine Firma die andere kauft, dann kann viel schiefgehen. Eine laienhafte Kommunikation ist eine große Gefahr für eine M&A Transaktion.

  • Wie läuft die Systemintegration ab?

    Eine Hauptleistungspflicht des Franchisegebers ist es, den Franchisenehmer in das Franchisesystem zu integrieren. Erfahren Sie mehr über den Ablauf und die Inhalte der Systemintegration.

  • Stressfrei studieren

    Studieren gleicht einem Fulltime-Job. Klausuren, Hausarbeiten und knappe Deadlines treiben den Adrenalinspiegel deutlich in die Höhe. Was dagegen hilft.

  • CEO-Interview: Dynamischer Prozess

    Künstliche Intelligenz avanciert zum Treiber des digitalen Wandels. Im DUB UNTERNEHMER-Magazin geben CEOs und führende Manager exklusive Einblicke in die Transformationsprozesse ihrer Unternehmen.

  • Jung, begabt, sucht ...

    ... findet und kauft Firma: Ein neues Modell aus den USA bringt Käufer und Verkäufer elegant zusammen.

  • So sieht eine ideale Digital Due Diligence aus

    Ob ein Unternehmen fit für die digitale Zukunft ist, lässt sich mit der Digital Due Diligence überprüfen. Ein Teil davon ist die IT Due Diligence.

  • Welches Konzept passt zu mir?

    Ein Franchisesystem, das universeller Erfolgsgarant für jedermann ist, gibt es nicht. Das Konzept sollte Ihnen ein solides Einkommen bieten - da ist sorgfältiges Selektieren angesagt.

  • Judoka ist „Sport-Stipendiat des Jahres 2017“

    Theresa Stoll, EM-Zweite und Medizin-Studentin, ist „Sport-Stipendiat des Jahrs 2017“– eine Auszeichnung von Deutscher Bank und Deutscher Sporthilfe.

  • Leasing: Tipps für Gewerbetreibende

    Bei Firmenwagen ist Leasing weit verbreitet. Worauf Unternehmer im Kleingedruckten achten müssen und welche Alternativen es gibt.

DUB-Unternehmensbörse

Bei der Deutschen Unternehmerbörse können Sie Verkaufsangebote und Kaufgesuche inserieren.
Jetzt nach Verkaufsangeboten für Unternehmen suchen!
Suchen
Jetzt Newsletter bestellen
DUB-Themennewsletter
monatlich & gratis
Was Unternehmer wissen müssen
DUB-Börsennewsletter
wöchentlich & gratis
Die neusten Angebote und Gesuche auf einen Blick