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Hamburg, 16.05.2017

Wer regiert, braucht einen Digital-Chef

Wie gelingt der Wandel? Brauchen wir ein Silicon Valley? Und wie finden wir digitale Vordenker? Der DUB-Roundtable mit DocuSign-Chairman und Silicon-Valley-Unternehmer-Legende Keith Krach liefert Antworten.


Digital-Denker:
Keith Krach fordert CDOs nicht nur in Firmen, sondern auch in Regierungen
(Bild: iStock.com/alphaspirit)

Es dauert nicht lange. Schnell hat Keith Krach die Teilnehmer des DUB-Roundtables in seinen Bann gezogen. Sein Sound: typisch amerikanisch. Seine Art: professionell, charismatisch, jovial. Seine Antworten auf die Fragen von DUB-Herausgeber Jens de Buhr, Chefredakteur Thomas Eilrich und gut einem Dutzend eingeladener CEOs und Manager: Von Gehalt.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Was braucht es, damit neben einer erfolgreichen wirtschaflichen, auch eine politische und gesellschaftliche Transformation stattfinden kann?
Keith Krach:
Regierungen brauchen einen Chief Digital Officer – einen CDO – um den digitalen Wandlungsprozess zu unterstützen. Genau wie es in den großen Unternehmen der Fall ist – dort sind es oft die strategischen Initiativen Nummer eins und zwei. Eine solche Position würde ein engeres Band zwischen Politik und Wirtschaft schaffen, was absolut notwendig ist. Denn die digitale Welt ist eine Welt, die nach anderen Prinzipien funktioniert, und sie ist für uns in den USA von besonderer Bedeutung. Der digitale Wandel kennt keine politischen Grenzen. Auf der anderen Seite birgt er große Möglichkeiten für uns und die gesamte Weltwirtschaft.


Köpfe gesucht:
Um die Transformation zu gestalten, braucht es die richtigen Personen
(Bild: iStock.com/goir)

Welche wesentlichen Herausforderungen gilt es in der digitalen Transformation zu meistern?
Krach:
Der Wandel findet derzeit über alle Branchen hinweg in einer stetig zunehmenden Geschwindigkeit statt. Und nicht nur das: Insgesamt beobachten wir allerorten Veränderung – hervorgerufen durch die digitale Transformation. Das, was wir bei DocuSign tun, ist die logische digitale Transformation veralteter Prozesse. Damit sie aber funktioniert, muss sie ganz oben in den Organisationen beginnen. Die eigentliche Herausforderung ist also der kulturelle Aspekt des Wandels. In der englischen, ja eigentlich in jeder Sprache ist der Begriff „Veränderung“ einer der stärksten überhaupt. Ohne Veränderung können wir uns nicht weiterentwickeln und wachsen. Menschen aber haben Angst vor Veränderung. Aus diesem Grund bedarf es mutiger Führung.

Braucht es für ein digitales Deutschland ein zentrales Tech-Epizentrum wie das Silicon Valley?
Krach:
Deutschland hat schon immer großartige Technologien am Markt gehabt – vom finanziellen Standpunkt aus gesehen, ist das sehr stark. Und in Sachen Arbeitsethik würde ich die Deutschen ganz vorn sehen. Braucht Deutschland also einen zentralen Standort für Tech-Unternehmen? Ich glaube, im deutschen Modell nicht. Es reicht der Blick auf die Stärke einzelner Standorte wie München, Stuttgart, Hamburg oder Berlin. Es wird interessant sein, beispielsweise Berlin dabei zuzusehen, wie dort die Tech-Industrie wächst. Dorthin wollen die jungen Leute gehen – also sind dies zweifelsohne die Städte der Zukunft. Entscheidend ist es aber, Möglichkeiten und Orte für Jungunternehmer zu schaffen, wo sie Wissen von erfahrenen Unternehmenslenkern abschöpfen können. Die wichtigsten Dinge, um neue Unternehmen aufzubauen, sind nicht in Büchern nachzulesen. Das muss aber nicht auf einen einzigen zentralen Standort konzentriert sein. Eine der großen Besonderheiten eines so zentralen Standortes wie des Silicon Valleys jedoch ist es, dass es einfach zur Norm geworden ist, Risiken einzugehen. Dort hat man es nicht geschafft, solange man nicht ein Unternehmen gegründet hat und damit gescheitert ist. Das ist wie eine Ehrenmedaille. Man muss Risiken auf sich nehmen, sich verändern, oder man überlebt nicht.

Teil 1: Wer regiert, braucht einen Digital-Chef

Teil 2: „Der Ort, wo Träume Wirklichkeit werden können“

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