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Weniger ist mehr

Laut US-Unternehmer Stephan Aarstol verschwenden die meisten Menschen während ihres Acht-Stunden-Tages Zeit. Über produktive fünf Stunden hat er ein Buch verfasst.

Stephan Aarstol ist Gründer und CEO von Tower in San Diego, einer Manufaktur für Paddle-Boards. Vor eineinhalb Jahren führte er den Fünf-Stunden-Tag bei besserer Bezahlung ein. Seine Rechnung ging auf: Die Umsätze stiegen um 40 Prozent.

DUB UNTERNEHMER-Magazin: Wie lange haben Sie gestern gearbeitet?

Stephan Aarstol: Wir drehen morgen und übermorgen ein Video für das „Fortune Magazine“, dafür mussten wir einiges vorbereiten. Es war also ein längerer Tag als gewöhnlich.

Das klingt nach deutlich mehr als fünf Stunden!

Aarstol: Ja. Fünf Stunden sind die Basis. Ich arbeite manchmal 50 bis 60 Stunden, je nachdem, was zu tun ist. Aber im ersten Monat, nachdem wir den Fünf-Stunden-Tag bei Towers eingeführt haben, bin ich auch täglich um ein Uhr nach hause gegangen. Meine Mitarbeiter sollten sehen, dass es okay ist, um ein Uhr zu gehen und dass der kurze Tag keine Illusion ist.

Fünf Stunden, was heißt das jetzt: Basis oder Minimum?

Aarstol: Unsere Basisarbeitszeit ist von acht bis ein Uhr, so wie es in Amerika bisher die Zeit von neun bis fünf war, ein Sieben-Stunden-Tag mit einer Stunde Mittagspause. Wenn etwas Bestimmtes ansteht, dann arbeiten die Kollegen auch mal länger. Solange das nicht ausufert, ist alles in Ordnung. Wir wollten eben weg davon, dass Leute sieben Stunden plus Überstunden arbeiten.

Effektiver arbeiten klingt auch nach Fließband. Wie lässt sich das umsetzen in Bereichen, die nicht messbar sind?

Aarstol: Wir verlangen von allen unseren Mitarbeitern, dass sie in fünf Stunden das Gleiche schaffen wie vorher in sieben oder acht Stunden. Schließlich haben sie auch eine Lohn-Erhöhung bekommen. Nehmen Sie den Kundenservice. Viele Unternehmen versuchen, Kundenkontakte zu vermeiden. Ich halte das für einen Rückschritt. Bei uns nimmt der Kundenservice Anrufe entgegen. Dieselbe Person chattet parallel mit bis zu vier Kunden und beantwortet nebenher E-Mails. Das heißt nicht, dass wir härter arbeiten und uns mehr mehr anstrengen, sondern dass wir versuchen müssen, uns besser zu organisieren

Teil 1: Weniger ist mehr

Teil 2: „Stolz auf harte Arbeit"

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