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Teil 2: „Stolz auf harte Arbeit“

Bei Towers schleicht sich also kein Schlendrian mehr ein, es gibt keine Zeitverschwendung?

Aarstol: Ich denke, es entspricht der menschlichen Natur, Dinge auszudehnen, wenn es die Zeit erlaubt. Unsere Mitarbeiter haben deshalb einen großen Zeitdruck. Sie müssen sich selbst überlegen, wie sie die Arbeit schneller erledigen können. Im Versand haben die Kollegen zum Beispiel zuvor schon mit einer Software gearbeitet, die sie jetzt noch effektiver nutzen. Und sie haben das Warenlager vom Chaos in ein System verwandelt. Heute gehen mehr Pakete raus als während des Acht-Stunden-Tages.

Haben alle Mitarbeiter das neue System begrüßt oder mussten auch welche das Unternehmen verlassen?

Aarstol: Es war schwierig für uns alle, das ist interessant. Alle haben zunächst kürzere Arbeitszeiten begrüßt, aber einige haben nicht eingesehen, dass sie ihr Pensum von sieben oder acht Stunden auch innerhalb von fünf Stunden bewältigen können. Sie meinten, dass sie auch bisher schon keine Zeit verschwenden würden, aber das stimmte nicht, alle Mitarbeiter haben Zeit verschwendet. Zwei Leute haben das Unternehmen verlassen, die sich dem Druck nicht aussetzen wollten.

Folgen andere Unternehmen Ihrem Beispiel?

Aarstol: Als wir begonnen hatten, gab es ein Unternehmen, Basecamp, das während der Sommermonate die Vier-Tage-Woche eingeführt hat. Ich kenne etwa zwei Dutzend Unternehmen, die unterschiedlichste Wege ausprobieren. Es stehen uns genug Werkzeuge zur Verfügung, um produktiver zu werden, wir müssen sie nur nutzen. Auf meiner Website Fivehourworkday.com stelle ich 38 Tools vor, mit denen sich viel Zeit und Geld sparen lässt.

Warum halten so viele Unternehmen am Acht-Stunden-Tag fest?

Aarstol: Es ist seltsam, dass wir hier gegen den Strom schwimmen müssen. So viele Unternehmen verschließen sich dieser Idee. Die Amerikaner sind stolz darauf, dass sie so hart arbeiten. Wer es zum Millionär gebracht hat, hat das durch 60 oder 70 Stunden Arbeit pro Woche erreicht. Es wird nur vergessen, dass sich die Welt komplett verändert hat. Menschen sind produktiver geworden, die technischen Möglichkeiten haben sich völlig geändert. Das fing mit Ford an: Er reduzierte als erster Fabrikant den Zehn-Stunden-Tag auf acht Stunden und hatte nach fünf Jahren die Produktivität verdoppelt. Nach sieben Jahren besaß er einen Marktanteil von 60 Prozent


Teil 1: Weniger ist mehr

Teil 2: „Stolz auf harte Arbeit“

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