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Unternehmenswert steigern

Marinus Eßer
Beim Verkauf ist die Preisgestaltung ein neuralgischer Punkt. Verfügen Verkäufer über ein optimiertes internes Kontrollsystem, verbessern sie ihre Verhandlungsposition.
Die Qualität eines internen Kontrollsystems (IKS) hat erheblichen Einfluss auf den Erfolg einer Unternehmenstransaktion. Gerade vor dem Hintergrund eines geplanten Verkaufs kann sich die Optimierung eines bestehenden IKS positiv auf das Interesse und die Anzahl potenzieller Käufer sowie auf den Verkaufspreis auswirken. So wird der Aufwand einer Optimierung mehr als kompensiert.
Hohe Anforderungen
Bei der Optimierung fallen gesetzliche sowie regulatorische Rahmenbedingungen eines potenziellen Erwerbers ins Gewicht. Ist ein Käufer an einer Börse gelistet oder ein Börsengang geplant, muss das IKS höhere Anforderungen erfüllen. Wird international nach einem Käufer gesucht, können die hohen Anforderungen des Sarbanes-Oxley Act – das US-amerikanische Gesetz setzt Standards für die Veröffentlichung von Finanzdaten – relevant werden. Für einen Verkäufer hat ein optimiertes und in die operativen Prozesse integriertes IKS in vielfacher Hinsicht positive Auswirkungen auf den Unternehmenswert:
• Kostensenkungspotenziale können bereits im Vorfeld einer Transaktion aufgedeckt werden. Dies verbessert einerseits relevante Kennzahlen für die künftige Ergebnis- und Cashflow-Planung. Andererseits erhöht ein effektives IKS die Planungssicherheit. Beides steigert den Verkaufspreis.
• Potenziellen Käufern erleichtert ein optimiertes IKS die Due Diligence. Mit geringem Zeitaufwand erlangen sie mehr zuverlässige Informationen über interne Abläufe sowie die Bewertung bestehender Risiken. Auch Potenziale für Synergien und andere Kostensenkungen lassen sich genauer abschätzen. Dadurch reduziert sich der Risikoabschlag, den ein Erwerber beim Kaufpreis ansetzt.
• Erfüllt das IKS die gesetzlichen, regulatorischen und vor allem die operativen Anforderungen, so wirkt sich dies positiv auf den Kreis potenzieller Käufer aus. Je größer dieser ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, mit einem höheren Preis verkaufen zu können.
• Ist das IKS aufgrund vorhandener Dokumentation leicht in das IKS des Erwerbers zu integrieren, spart der Käufer Kosten. Dies schlägt sich im möglichen Verkaufspreis nieder.
• Auch operative Prozesse lassen sich durch eine erhöhte Prozess- und Kontrolltransparenz besser in das bestehende Umfeld des Erwerbers integrieren, was zudem Kosten spart. Im Hinblick auf die geschilderten Vorteile ist es für den Verkäufer eines Unternehmens durchaus sinnvoll, die Strukturen und Vorgehensweisen im Rahmen des IKS zu optimieren. Der Aufwand hierfür zahlt sich aus.
Marinus Eßer ist Partner, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bei Ernst & Young.
Sie erreichen ihn per E-Mail: marinus.esser@de.ey.com


