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Aufstand der Unternehmer gegen die Euro-Retter

Deutschlands Mittelstand macht mobil: Immer mehr Unternehmer lehnen die milliardenschweren Rettungspakete für angeschlagene Euro-Länder vehement ab und fordern einen Schuldenschnitt.

Marie-Christine Ostermann, Rullko Großeinkauf GmbH & Co. KG, Bundesvorsitzende „Die Jungen Unternehmer“:

„Immer größere Rettungsschirme sind kein Weg, um unsere Währung zu retten. Es ist ein Menetekel für künftige Generationen, wenn unser Land heute Milliarden-Risiken schultern muss, um Schuldenstaaten unter die Arme zu greifen. Wir brauchen stattdessen eine konsequente Umschuldung mit verbindlicher Gläubiger­Beteiligung.“

Axel Bree, Bree Collection GmbH & Co. KG ( Taschenproduzent):

„Wenn ein Land den Euro hat, muss es bereit sein, die Konsequenzen zu tragen. Und die heißen Stabilität, Stabilität, Stabilität.“

Carl Kühne, Carl Kühne KG (Feinkosthersteller):

„Die Regierung soll sich nicht darauf einlassen, immer neue Verpflichtungen einzugehen, ohne uns zu sagen, was denn passiert, wenn wir diese Verpflichtungen alle mal einlösen müssen.“

Friedrich Görtz, Ludwig Goertz GmbH (Schuhaus-Inhaber):

„Die Rettungspolitik finde ich katastrophal. Die Gesetze werden viel zu kurz diskutiert. Haftung und Risiko gehören zusammen. Bei Griechenland muss ein Schuldenschnitt gemacht werden.“

Lutz Goebel, Henkelhausen GmbH & Co. KG, Bundesvorsitzender „Die Familienunternehmer“:

„Das ist so, als ob man einem Drogensüchtigen erst vorhält, dass ihn sein Lebenswandel zugrunde richtet und ihm dann verspricht, für die nächsten Jahre die Rechnungen bei seinem Dealer zu bezahlen.“

Jürgen Heraeus, Heraeus Holding GmbH:

„Die Geschäfte müssen von der Politik so getrennt werden, dass man die, die Casino spielen, auch pleitegehen lassen kann. Ich glaube, ein Hair-Cut, also ein Schuldenerlass, um rund 30 Prozent, so dass die Banken nicht gleich in die Knie gehen, wäre für Griechenland das Richtige gewesen.“

Hans Heinrich Driftmann, Peter Kölln KGaA (Köllnflockenwerke), Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages:

„Die Euro-Staaten müssen sich auf klare Ziele, Verantwortlichkeiten und Sanktionen verständigen. Die Mitgliedsstaaten sind und bleiben für ihre Haushalte verantwortlich.“

Otto Kentzler, Handwerkspräsident:

„Es macht Hoffnung, wenn die Bundesregierung ein Ende des Pumpkapitalismus fordert und einen Kulturwandel in der Finanzpolitik anstreben will. Schließlich ist es das Leitbild unserer Wirtschaft, dass Bestelltes bezahlt und für Entscheidungen gehaftet werden muss.“

Quelle: Handelsblatt