Beratung & Finanzierung
Beteiligungen: Lebenswerke leben weiter

Hans-Georg Herrmann und Helmut Ruwisch
Die Übernahme durch Beteiligungsgesellschaften im Rahmen einer Nachfolge eröffnet Unternehmen langfristige Perspektiven. Teil 1
Die Zahl der Unternehmer, die innerhalb ihrer Familie einen Nachfolger finden, sinkt kontinuierlich. Besonders problematisch wirkt sich dies für Firmen in einer Größenordnung ab drei Millionen Euro Umsatz aus. Diese verfügen über ein Umsatzvolumen, das eine Führungskraft aus dem eigenen Betrieb kaum finanzieren kann. Dadurch bleibt diesen Unternehmern häufig nicht nur eine familiäre, sondern auch eine interne Nachfolgelösung verwehrt – obwohl dies für die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens häufig die beste Lösung wäre. Für den Unternehmer besteht letztlich nur noch die Möglichkeit des Verkaufs an einen Dritten, um die Nachfolge zu sichern. Als mögliche Käufer kommen zum einen klassische Private-Equity-Gesellschaften infrage, die allerdings häufig nur größere Unternehmen erwerben und zudem lediglich kurzfristig engagiert bleiben, um letztlich aus dem Erlös des Weiterverkaufs ihren Profit zu generieren.
Engagement ab drei Millionen
Da auch der Verkauf an den Wettbewerb nicht attraktiv ist, stellen Beteiligungsgesellschaften oder auch Industrieholdings eine nahezu ideale Lösung für Unternehmen dieser Größe dar. „Wir suchen laufend Unternehmen in der Größenordnung zwischen drei und 15 Millionen Euro, um sie gemeinsam mit dem operativ verantwortlichen und über eine angemessene Investition beteiligten Geschäftsführer langfristig weiterzuentwickeln. Unsere wirtschaftlichen Interessen sind mit seinen identisch und zielen auf nachhaltige Gewinne und Ausschüttungen ab und nicht auf einen kurzfristigen Exit zum vielfachen Einstandspreis“, erklärt Hans-Georg Herrmann, geschäftsführender Gesellschafter der Kai Capital Management GmbH & Co. KGaA aus Düsseldorf, das Modell.
Hidden Champions gesucht
In dieser Zusammenarbeit konzentriert sich die Geschäftsführung auf das operative Geschäft – also auf die Mitarbeiter, die Kunden, die technischen Abläufe sowie den Vertrieb – während die von Valentin Reisgen und Hans-Georg Herrmann geführte Kai Capital Management unterstützend in den Bereichen Finanzierung, Controlling und Strategie tätig ist. Ähnlich operiert auch die in Bergisch Gladbach ansässige Indus AG. Allerdings liegt hier die Umsatzuntergrenze bei etwa 20 Millionen Euro. „Indus ist ein Verbund von mittlerweile 40 erfolgreichen mittelständischen Produktionsunternehmen, allesamt Hidden Champions“, erklärt der Indus-Vorstandsvorsitzende Helmut Ruwisch. „Das bedeutet, dass diese Unternehmen ein stabiles Geschäftsmodell haben, sich auf ihre Kernkompetenzen fokussieren, sich damit nah am Markt bewegen und auch noch über einen längeren Zeitraum in der Lage sind, technologisch ganz vorn mit dabei zu sein.“ Indus übernimmt die Mehrheit und damit die Verantwortung und begleitet die „Champions“ in eine neue stabile Situation. „Wir bewahren und fördern, was diese Firmen stark macht: ihre als Familienunternehmen geprägten klassischen Strukturen sowie ihre individuelle Leistungskultur“, so Ruwisch.
Hans-Georg Herrmann „Bei einer Nachfolge legen wir Wert auf den Erhalt der Unternehmenskultur. Denn die hat das Unternehmen in der Vergangenheit erfolgreich gemacht.“
Helmut Ruwisch „Unsere Gruppe verbindet die Stärken vieler Hidden Champions unter dem Dach unserer mittelständischen Holding – mit dem gemeinsamen Ziel, ertragreich zu wachsen. Und das seit 25 Jahren mit großem Erfolg.“
Kontaktdaten
Sie erreichen Hans-Georg Herrmann per E-Mail unter herrmann@kaicap.de
Hans-Georg Herrmann ist geschäftsführender Gesellschafter von Kai Capital Management.
Sie erreichen Helmut Ruwisch per E-Mail unter indus@indus.de


