Beratung & Finanzierung
Beteiligung am Lebenswerk

Oliver Vollbrecht
Die Übernahme durch Beteiligungsgesellschaften oder Industrieholdings im Rahmen einer Nachfolge eröffnet Unternehmen langfristige Perspektiven. Teil 2
Wenn eine Beteiligungsgesellschaft ein Unternehmen übernimmt, zielt das Engagement zumeist nicht auf einen baldigen Verkauf, sondern auf die nachhaltige profitable Weiterentwicklung. Dazu zählt ganz konkret auch, dass etwa der Firmenname erhalten bleibt. Für Unternehmer, die den Weg der Nachfolge über eine Beteiligungsgesellschaft gehen, ein nicht nur emotionaler Aspekt. „Wir fragen, was dem ausscheidenden Unternehmer wichtig ist“, erläutert Oliver Vollbrecht, Leiter Investor Relations bei der Gesco AG. Die Wuppertaler Beteiligungsgesellschaft investiert in Unternehmen ab zehn Millionen Euro Umsatz und kennt die Befindlichkeiten der handelnden Personen genau. „Dem Unternehmer ist in der Regel nicht egal, was mit seiner Belegschaft passiert, er will gerade im ländlichen Raum auch nach einem Verkauf seine Reputation behalten“, sagt er. Interessiere dagegen allein die Höhe des erzielten Kaufpreises, sei eine langfristig orientierte Beteiligungsgesellschaft vielleicht nicht die erste Wahl. Denn die höchsten Preise zahlen in der Regel Private-Equity-Gesellschaften.
Modell mit Zukunft
Wird der Betrieb verkauft, wünscht sich nicht nur der ehemalige Inhaber, sondern auch der neue Geschäftsführer, der entweder intern oder über eine klassische Personalvermittlung gefunden wird, eine klare Perspektive. Bei Gesco verpflichtet er sich, innerhalb von etwa zwei Jahren zehn bis 20 Prozent der Anteile zu übernehmen. „Damit ist sichergestellt, dass es sich für beide Parteien um eine Lebensentscheidung handelt.“ Denn nicht weniger als diese erfordert der nachhaltige wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens im Portfolio von Gesco. „Wir sind eine Gruppe von etablierten ‚Schnellbooten‘, die auch ‚Schnellboote‘ bleiben und selbstverständlich ihre Identität behalten“, so Vollbrecht. Das Prozedere, bis ein Unternehmen zu dieser Gruppe gehört, schließt bei Gesco eine Vertraulichkeitserklärung mit ein sowie Informationen zu Abschlüssen, ein Kennenlernen, ein Kaufpreisangebot und anschließend eine genaue Prüfung im Rahmen der Due Diligence.
Sanfter Rückzug
Am Ende steht im Idealfall ein Notartermin zur Unterzeichnung des Kaufvertrags. „Dieser Prozess dauert im Schnitt rund neun Monate“, erläutert Vollbrecht. Pro Jahr würden maximal drei Unternehmen gekauft, Angebote gäbe es zwischen 100 und 150 jährlich. Nach dem Kauf verbleibt der ausscheidende Unternehmer noch für rund ein Jahr in der Firma, um die Suche und die Einarbeitung des neuen Geschäftsführers zu unterstützen. Danach gilt das Projekt Nachfolgeregelung als abgeschlossen – die „Schnellboote“ starten erfolgreich durch und die Beteiligungsgesellschaft erfreut sich an deren florierenden Geschäften.
Oliver Vollbrecht „Entscheidend ist, dass der Unternehmer sich vor dem Verkauf über seine Ziele und Wünsche klar wird.“
Kontaktdaten
Sie erreichen Oliver Vollbrecht per E-Mail unter info@gesco.de
Oliver Vollbrecht ist Leiter Investor Relations bei der Gesco AG


